Im Stift Melk tagte am 22. April 2026 das Kuratorium des Restaurierungsprojekts der Stiftsbibliothek Melk, das im Zuge des auf elf Jahre angelegten Projekts eingerichtet wurde. Vertreterinnen und Vertreter des Landes Niederösterreich, des Bundesdenkmalamtes, des Fördervereins EX LITTERIS IMMORTALITAS, der Bezirkshauptmannschaft, der Stadtgemeinde sowie des Benediktinerstiftes Melk bekräftigten dabei ihr gemeinsames Engagement und beschlossen die nächste Bauetappe sowie deren Finanzierung.
Abt Ludwig Wenzl zeigte sich im Anschluss erfreut über den positiven Beschluss und betonte die Bedeutung dieses gemeinsamen Engagements: Die Restaurierung sei nur durch die sorgfältige Arbeit vieler Beteiligter sowie durch die Unterstützung zahlreicher Fördergeber und Unterstützerinnen und Unterstützer möglich, denen der Erhalt dieses kulturellen Erbes ein zentrales Anliegen ist.
Im Fokus der aktuellen Etappe stehen die barocken Prunkräume – das Herzstück der rund 300 Jahre alten Bibliothek. Über einen Zeitraum von zwei Jahren werden zentrale Elemente der historischen Ausstattung behutsam restauriert. Dazu zählen die Wand- und Deckengemälde ebenso wie die kunstvoll gearbeiteten Holzregale, vergoldete Zierelemente und nicht zuletzt der wertvolle Buchbestand. Sämtliche Maßnahmen folgen dabei dem denkmalpflegerischen Grundsatz, die originale Substanz bestmöglich zu bewahren und Eingriffe auf das notwendige Maß zu beschränken.
Abt Ludwig Wenzl betont die besondere Bedeutung dieses Abschnitts: Die Bibliothek sei seit Jahrhunderten nicht nur ein Ort der Aufbewahrung, sondern Ausdruck einer lebendigen Tradition des Denkens, Forschens und Glaubens. Ziel sei es, dieses kulturelle Erbe in seiner gewachsenen Authentizität für kommende Generationen zu sichern und zugleich für Besucherinnen und Besucher weiterhin erlebbar zu halten. Auch während der Restaurierungsarbeiten bleibt die Bibliothek daher weitgehend zugänglich – Restaurierung wird so als offener, nachvollziehbarer Prozess vermittelt.
Parallel zu den konservatorischen Maßnahmen werden auch sicherheitstechnische Anforderungen auf den neuesten Stand gebracht. Insbesondere im Bereich Brandschutz und Gebäudetechnik erfolgt eine behutsame Integration moderner Systeme, die den Schutz der historischen Substanz gewährleisten, ohne das barocke Erscheinungsbild zu beeinträchtigen.
Hofrat Mag. Hermann Dikowitsch, Leiter der Abteilung Kunst und Kultur des Landes NÖ, der in Vertretung von Landeshauptfrau Johanna Mikl-Leitner den Vorsitz der Kuratoriumssitzung übernahm, unterstrich die umfassende Bedeutung des Projekts: Denkmalpflege gehe weit über die Erhaltung eines Bauwerks hinaus – sie bedeute Verantwortung für die Geschichte des Landes und deren Weitergabe an kommende Generationen. Gleichzeitig setze das Projekt wichtige Impulse für den Tourismusstandort Melk und die Region Wachau, in der das Stift Melk eine zentrale Rolle mit internationaler Strahlkraft einnimmt.
Besonderen Dank richtete er an Abt Ludwig Wenzl und Abt em. Georg Wilfinger für die Initiierung und Umsetzung dieses Jahrhundertprojektes sowie an alle Mitglieder des Kuratoriums und Projektbeteiligten.
Einen wesentlichen Beitrag leistet auch der Förderverein EX LITTERIS IMMORTALITAS unter dem Vorsitz von Präsident Mag. Erwin Hameseder. Seit seiner Gründung im Jahr 2022 hat er sich als starke Plattform etabliert und konnte 2025 wieder ein Spendenvolumen von 100.000 Euro erreichen. Initiativen wie Buchpatenschaften oder das Fundraising-Dinner schaffen nicht nur finanzielle Unterstützung, sondern auch eine lebendige Gemeinschaft von Menschen, die sich mit der Bibliothek verbunden fühlen. Rund 150 bisher abgeschlossene Buchpatenschaften belegen eindrucksvoll dieses Engagement.
Beim anschließenden Rundgang durch die Bibliothek zeigten sich die Mitglieder des Kuratoriums beeindruckt vom bisherigen Fortschritt der Arbeiten. Mit der fünften Etappe erreicht das Restaurierungsprojekt nun einen besonders anspruchsvollen Abschnitt – getragen von einem breiten Netzwerk an Partnern, Fördergebern und Unterstützenden, die gemeinsam an der Bewahrung dieses einzigartigen kulturellen Erbes arbeiten.
Weitere Fotos von der Kuratoriumssitzung sind hier zu sehen.
Lesen Sie hier die offizielle Presseinformation zum Start der fünften Bauetappe und hier jene zu den Aktivitäten des Fördervereins.


