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Gedanken zu den Schriftlesungen zum Tag von Prior P. Jakob Deibl

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Die Gedanken, die wir, die Gemeinschaft der Benediktiner von Melk, an dieser Stelle mit Ihnen teilen wollen, beziehen sich auf die biblischen Texte, die für die Liturgie des jeweiligen Tages vorgesehen sind.

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Pfingstmontag, 1. Juni 2020
Pfingstmontag: Von der Vielfalt des Geistes
In der westlichen / lateinischen / katholischen Tradition des Christentums scheint der Heilige Geist eine eher untergeordnete Rolle einzunehmen. Dies ist in den östlichen / orthodoxen Kirchen, aber auch in den Pfingstkirchen anders. Aus katholischer Sicht gilt es einen Blick für die Vielfalt des Geistes wiederzugewinnen. Am zweiten Pfingsttag, dem Pfingstmontag, wird uns die Gestalt des Geistes von den für die Liturgie vorgesehenen Schriftstellen wie schon am Pfingstsonntag in einer differenzierten Weise vorgestellt. Alle Schriftstellen abgesehen vom kurzen 117. Psalm sprechen explizit vom Geist. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Pfingstsonntag, 31. Mai 2020
Pfingstsonntag: vom Geist der Überzeugung
Alle Texte, die für die Liturgie des Pfingstsonntags vorgesehen sind, handeln vom Geist. Der älteste der Texte, den ich deshalb auch als Ausgangspunkt der Überlegungen nehme, ist der 104. Psalm, der in einem Loblied die Schöpfung Gottes preist. Über das Verhältnis von Gott und seinen Geschöpfen heißt es darin: „Du sendest deinen Geist aus: Sie werden erschaffen und du erneuerst das Angesicht der Erde.“ (Psalm 104,30). Auf diese lebensspendende Kraft des Geistes bezieht sich auch das heutige Evangelium, in dem Jesus als der Auferstandene seinen Schülerinnen und Schülern den erneuernden Geist zuspricht: „Jesus sagte noch einmal zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch. Nachdem er das gesagt hatte, hauchte er sie an und sagte zu ihnen: Empfangt den Heiligen Geist!“ (Johannesevangelium 20,21f) Dieses Geschehen der Sendung des Geistes wiederholt sich später noch einmal ohne die Präsenz Jesu: Die Lesung aus der Apostelgeschichte (2,1–11) erzählt, wie die Gabe des Geistes auf die Schülerinnen und Schüler Jesu herabkommt und sie ermutigt aus ihrer Abgeschlossenheit hinauszugehen. weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 24. Mai 2020
7.Sonntag der Osterzeit: Name und Gebet
Am siebenten Sonntag der Osterzeit, der zwischen Christi Himmelfahrt und Pfingsten gelegen ist, ist als erste Lesung ein kurzer Abschnitt aus der Apostelgeschichte vorgesehen, die Fortsetzung der Lesung vom Tag der Aufnahme Christi in den Himmel. Die Apostel, Maria, einige Frauen und die Brüder Jesu bleiben in dieser Zeit gemeinsam im Obergemach eines Hauses in Jerusalem – „einmütig im Gebet“ (Apg 1,12–14). In dieser Zeit der Zwischenphase von Himmelfahrt und Pfingsten – Jesus ist nicht mehr unter seinen Schülerinnen und Schülern präsent, der Geist ist ihnen noch nicht gegeben – bilden sie eine Gemeinschaft im Gebet. Wichtig ist, dass zwölf Namen (die der Apostel und der Marias) aufgezählt werden: Name und Gebet als zwei Grundvollzüge unseres Menschseins behalten auch in dieser Zwischenphase ihre Bedeutung. Weiterhin werden Menschen mit ihrem Namen gerufen und weiterhin adressieren sie sich an Gott. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Christi Himmelfahrt, 21. Mai 2020
Christi Himmelfahrt: Von der Geschichte eines Wortes …
Für das Fest Christi Himmelfahrt, das 40 Tage nach Ostern gefeiert wird, ist als Lesung der Beginn der Apostelgeschichte, der von der Himmelfahrt erzählt (1,1–11), vorgesehen, weiters eine Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Ephesus (1,17–23), Passagen aus dem 47. Psalm und der Schluss des Matthäusevangeliums (Mt 28,16–20). weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 17. Mai 2020

6. Sonntag der Osterzeit: Der Geist als Tröster, Fürbitter, Ermutiger …
An den Tagen vor dem Fest Christi Himmelfahrt wird als Evangelium in den Gottesdiensten jeweils eine Passage aus den Abschiedsreden Jesu, wie sie im Johannesevangelium (Kapitel 14–17) überliefert sind, gelesen. Diese ursprünglich auf den Abschied Jesu mit seinem Tod bezogenen Reden erhalten dadurch eine neue Bedeutung: Sie weisen auf die Himmelfahrt Jesu hin, die das Ende der Erscheinungen des Auferstandenen, das Ende seiner Präsenz unter den Schülerinnen und Schülern Jesu, bedeutet. Für den heutigen Sonntag sind folgende Schriftlesungen ausgewählt: eine Passage aus der Apostelgeschichte (8,5–8 und 14–17), ein Abschnitt aus dem 1. Petrusbrief (3,15–18), Teile des Psalms 66 und eben eine Passage aus dem Johannesevangelium (14,15–21). weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 10. Mai 2020
5. Sonntag der Osterzeit: Fragen und Suchen in einem Raum des Vertrauens
Rund um den fünften Sonntag setzt eine markante Änderung in der Auswahl der Evangeliumstexte sowohl für die Sonntage als auch für die Wochentage ein, welche schon auf das Fest Christi Himmelfahrt hindeutet. Als Evangelium werden an diesen Tagen ausschließlich Texte aus den so genannten Abschiedsreden Jesu gelesen, die sich im Johannesevangelium in den Kapiteln 14 bis 16 finden und von einem langen Gebet Jesu in Kapitel 17 abgeschlossen werden. Diese Reden, die nur im Johannesevangelium überliefert sind, hält Jesus bei seinem letzten Mahl nach der Fußwaschung (Kapitel 13), ihnen folgt seine Verhaftung (Kapitel 18). Für den heutigen Sonntag ist neben den beiden Lesungen, die wie so oft in der Osterzeit aus der Apostelgeschichte (Apg 6,1–7) und dem ersten Petrusbrief (1 Petr 2,4–9) stammen, sowie dem Psalm 33 der Beginn der Abschiedsreden als Evangelium vorgesehen (Joh 14,1–12). weiterlesen


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 3. Mai 2020

4. Sonntag der Osterzeit: Jesus als Öffnung und Tür
Die Sonntage vom Weißen Sonntag bis Pfingsten können als eine Wiederaufnahme oder Wiederholung (im positiven Sinn des Wortes) des Ostersonntags verstanden werden, sie greifen das Ostergeschehen immer wieder neu auf. Die Passagen aus den Evangelien, die an diesen Sonntagen gelesen werden, sind entweder Erzählungen von der Begegnung mit dem Auferstandenen, oder aber sie werden durch ihre Auswahl für diese Sonntage zu Ostererzählungen. So verhält es sich auch mit dem heutigen Evangelium (Joh 10,1-10; Lesungen: Apg 2,14.36-41; Psalm 23; 1 Petr 2,20-25), das von Jesus als Tür und Öffnung spricht und durch die Lektüre am heutigen Tag in einen österlichen Horizont gestellt wird ... weiterlesen


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 26. April 2020

Sonntag der Osterzeit: Wagnis und Fragilität der öffentlichen Erklärung des Glaubens
Für den dritten Sonntag der Osterzeit kann aus mehreren Lesungen ausgewählt werden. Vorgesehen sind die folgenden Texte:

die erste Ansprache, in der welcher sich Petrus nach der Erfahrung des Auferstandenen an die Öffentlichkeit Jerusalems wendet (Apostelgeschichte 2,14.22-33)
eine Passage aus dem ersten Petrusbrief (1 Petrus 1,17-21), der sich an die Gemeinden in der Diaspora wendet und aus dem um Ostern herum öfters gelesen wird
eine Passage aus dem 16. Psalm, der in gewisser Weise als der österliche Psalm schlechthin gelten kann
falls der Ostermontag nicht als Feiertag begangen werden kann: die Emmauserzählung, in der zwei Jünger ihren Begleiter erst nach einiger Zeit – und nur für einen Moment – als den Auferstandenen erkennen (Lukas 24,13-35)
erneut eine Erzählung des Johannes (Johannes 21,1-14), in welcher berichtet wird, wie die Jünger erst mit Verzögerung verstehen, dass ihnen Jesus nach zunächst erfolglosem Fischfang begegnet.

Nimmt man all diese Texte zusammen, ergibt sich eine ganz eigentümliche thematische Konstellation, der die folgenden Überlegungen nachspüren wollen. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Sonntag, 19. April 2020
Weißer Sonntag: „Ihn habt ihr nicht gesehen ...

Für den ersten Sonntag nach Ostern, den so genannten „Weißen Sonntag“ – man nennt ihn wohl so, weil in der frühen Kirche die in der Osternacht Getauften ihre weißen Gewänder bis zu diesem Tag anhatten; für den heutigen Sonntag ist eine Lesung aus der Apostelgeschichte vorgesehen, die über das Leben der sich langsam konstituierenden christlichen Gemeinde in Jerusalem berichtet (Apg 2,42-47), eine Lesung aus dem ersten Petrusbrief (1 Petr 1,3-9), Passagen aus dem 118. Psalm und eine der Auferstehungserzählungen aus dem Johannes-Evangelium (Joh 20,19-31). Es gibt eine interessante Parallele zwischen der Passage aus dem Johannes-Evangelium und dem Abschnitt aus dem Petrusbrief, auf die ich im Folgenden eingehen werde. weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Ostermontag, 13. April 2020
Ostermontag: Von den verspäteten Namen und einem Sich-Öffnen
Der Ostermontag ist ein ganz eigenartig verspäteter Feiertag, der aus der Zeit fällt. Einerseits ist er wie alle anderen Tage der Woche nach Ostern (der Osteroktav) eine neuerliche Feier des Ostersonntags, sozusagen dessen Wiederholung – im besten Sinn. Andererseits hat dieser Tag aber doch eine ganz eigene Charakteristik. Mit dem Ostermontag ist vor allem die Erzählung des Weges von zwei Schülern Jesu in ein kleines Dorf mit dem Namen Emmaus verbunden (Lk 24,13-35). Diese Geschichte findet sich nur im Lukasevangelium, und sie nimmt noch einmal in die Zeit vor Ostern, in den Karsamstag zurück – in die Zeit der Ungewissheit, des Nicht-Verstehens, des Wartens. Erzählt wird von zwei Personen, die gemeinsam unterwegs sind. Die Schilderung ihres Weges, der größte Teil der Erzählung, ist eigentlich die Erfahrung des Karsamstags, die dann beim gemeinsamen Mahl im Gasthaus in die Ostererfahrung umschlägt. Der Karsamstag ist in gewisser Weise ein verzögerter, verhaltener, verspäteter – und vor allem leiserer – Ostersonntag. weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Ostersonntag, 12. April 2020
Ostersonntag: Von der Vielfalt der Auferstehungserzählungen
Betrachtet man die vier Evangelien, fallen die Erzählungen von der Auferstehung (Mt 28, Mk 16, Lk 24, Joh 20-21) in einer eigenartigen Weise aus dem Rahmen. Einerseits finden sie sich in allen vier Evangelien, was erwähnenswert ist, zumal es zahlreiche Erzählungen gibt, die nicht in allen Evangelien überliefert sind. Andererseits aber sind die Auferstehungserzählungen in den einzelnen Evangelien völlig unterschiedlich gestaltet. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Osternacht, 11. April 2020
Osternacht: Tag eins und Neuschöpfung

Für die Osternachtfeier ist eine Fülle von Lesungen vorgesehen. Dies hängt nicht zuletzt damit zusammen, dass diese Feier in ihrer Entwicklung in einer ganz engen Beziehung zum Nachtgebet der Klöster, der Vigil, steht. Es handelt sich dabei um eine vor Sonnenaufgang stattfindende Gebetszeit, bei der die Lesung der Heiligen Schrift im Mittelpunkt steht.
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Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag von Prior Pater Jakob Deibl - Karfreitag, 10. April 2020
Karfreitag: Eine Erzählung vieler Fragen?
Die Liturgie des Karfreitags sieht mehrere Lesungen vor (Jes.  52,13-53,12; Hebr4,14-16 und 5,7-9; Kor 11,23-26; Teile von Psalm 31 und Joh 18-19), wobei sicherlich die Passionsgeschichte, wie sie der Evangelist Johannes erzählt, im Mittelpunkt steht. Die Passionsgeschichte schildert keinen schicksalhaft vorgegebenen Weg, der unerbittlich auf ein Ende zuläuft. Sie ist keine Erzählung, in der ein blindes Schicksal seinen Lauf nimmt. Wir hören vielmehr eine Erzählung, die durch und durch mit Fragen durchsetzt und sehr fragil ist. Ich weiß nicht, warum in der Lektüre der Erzählung die Schreie „Kreuzige ihn!“ so in den Vordergrund getreten sind. Im Text spielen Fragen eine viel größere Rolle. Rekapitulieren wir die Erzählung noch einmal anhand der Fragen, die in ihr gestellt werden. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag - Gründonnerstag, 9. April 2020

Gründonnerstag: Jesus als Verkörperung des Bundes Gottes mit den Menschen
Die Liturgie des Gründonnerstags (Lesungen: Ex 12,1-14; 1 Kor 11,23-26; Ps 116,12-18; Joh 13,1-15) lebt von starken Zeichen: der Fußwaschung und den Gaben von Brot und Wein. Diese Zeichen verweisen auf den neuen BundGottes mit den Menschen: „Ebenso [nahm er] auch den Becher nach dem Essen und sagte: Dieser Becher ist der neue Bund in meinem Blut: Tut dies, jedes Mal,wenn ihr trinkt, zu meiner Erinnerung.“ (1 Kor 11,25) Was ist mit „neuem Bund“gemeint?
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Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag - Palmsonntag, 5. April 2020
Palmsonntag als eine Leseerfahrung
Mit dem Palmsonntag ist der Eintritt in die Karwoche vollzogen. Diese Woche ist besonders stark durch lange tradierte und oft regional verschiedene Formen des Brauchtums geprägt, die vielen Menschen sehr wichtig sind: von den Palmzweigen bis zum Schweigen und der Rückkunft der Glocken bis zu den Speisensegnungen. Vieles davon ist momentan nicht möglich. Allerding begleiten nicht nur verschiedene Aspekte des Brauchtums diese Tage, sondern auch zahlreiche Texte aus dem Alten und Neuen Testament. Vom Palmsonntag bis Ostern ist für die Gottesdienste ein weitesPanorama an Texten aus der Heiligen Schrift vorgesehen. Wie bestimmte Bräuche eineStrukturierung dieser Tage geben, so auch die Lesungenaus der Bibel. weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag - Sonntag, 29. März 2020
Von der Vielfältigkeit der Ausdrucksweisen

(5. Sonntag in der Fastenzeit)
Für den heutigen Sonntag sind zwei Lesungen (Ez 37,12-14; Röm 8,8-11), ein Psalm (Ps 130) und ein Abschnitt aus dem Johannes-Evangelium (Joh 11,1-45) als Schriftlesungen für die Liturgie ausgewählt; Texte, die einen ganz unterschiedlichen Charakter haben, aber doch ein gemeinsames Thema umkreisen: Der tote Körper wird zum Leben erweckt. weiterlesen ...

Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag - Sonntag, 22. März 2020
Von der Frage, was eigentlich die Frage ist (Joh 9,1-41)
Neben den beiden Lesungen, der Erzählung von der Salbung des künftigen Königs David durch Samuel (1 Sam 16,1-13) und einer Passage aus dem Brief des Apostels Paulus an die Gemeinde von Ephesus (Eph 5,8-14), ist für den heutigen Sonntag eine vom Evangelisten Johannes erzählte Geschichte von der Heilung eines Menschen, der blind geboren wurde (Joh 9,1-41), als Evangelium vorgesehen. Erzählungen von der Heiligung eines Menschen – davon finden sich viele in den Evangelien – müssten in diesen Tagen, wo uns die Nachrichten von immer weiter steigenden Zahlen von Erkrankungen betrübt machen, so erzählt werden, dass sie uns ein wenig Hoffnung schenken. Dass dies jedoch unglaublich schwierig ist, weiß schon der Evangelist Johannes. Seine Erzählung der Heilung eines Menschen, der von Geburt an blind war, dreht sich nicht zuletzt um diese Schwierigkeit. weiterlesen ...


Gedanken zu den Schriftlesungen vom Tag - Sonntag, 15. März 2020

Für die Liturgie des heutigen Sonntags ist neben Abschnitten aus dem Buch Exodus (Ex 17,3-7) und dem Johannes-Evangelium (Joh 4,5-42) ein Text aus jenem Brief vorgesehen, den der Apostel Paulus an die Gemeinde von Rom geschrieben hat (Röm 5,1-8). Diese Gemeinde war Paulus zum Zeitpunkt der Niederschrift persönlich nicht bekannt, direkter Kontakt zu ihr war ihm nicht möglich. Der Apostel kann jedoch mit einem Brief die Distanz zur Gemeinde überbrücken. Überbracht hat diesen Brief im Übrigen eine Frau namens Phöbe. Wer in der Antike einen Brief überbrachte, musste auch dessen Inhalt auslegen können. Offensichtlich war Phöbe eine von Paulus und den frühen christlichen Gemeinden anerkannte Theologin von hoher Wertschätzung. weiterlesen ...