Stift Melk - UNESCO-Welterbe

Portrait und Abstraktion

"Wenn ich male, habe ich den Eindruck, Sinn zu schaffen. Ich traue den Wörtern nicht. Sie sind nur scheinbar eindeutig. Bilder dagegen verbergen ihre Vieldeutigkeit nicht, ihre sinnliche Gegenwart ist materielle Grundlage verschiedenster Erfahrungen der Hinsehenden." Joëlle Landrichter

Seit jeher wird in der bildenden Kunst portraitiert. Das Aussehen, das Wesen, die Eigenschaften des Portraitierten werden in großer Darstellungsvielfalt zu Bild gebracht und spiegeln dadurch auch die Kulturgeschichte wieder. Das Phänomen Portrait hat sich bis in die heutige Zeit gehalten. Selfies – aufgenommen in allen Lebenslagen – prägen heute mehr denn je die soziale Medienlandschaft. 

Die aktuelle Sonderausstellung widmet sich diesem Thema und zeigt Portraits & Abstraktionen von Joëlle Landrichter. Die Künstlerin bedient sich bei Ihren Bildern verschiedenster Techniken, wie Collagen, Übermalen oder diverser Abdrucke und schafft so – quasi „besessen“ von der zu portraitierenden Person – ihre Bilder.

Die Auseinandersetzung mit dem „Zwischen“ spielt eine wichtige Rolle bei den Portraits von Joëlle Landrichter. Die vergrößerte Darstellung von Portrait Details ist das Sichtbarmachen dieses „Zwischen“, dieses „Quer Hindurch“, eben dessen, was die Lebendigkeit des dargestellten Portraits ausmacht. Die abstrakten Portraitausschnitte beeindrucken durch das Spiel von hell – dunkel, rund – eckig oder voll ­und leer.