Stift Melk - UNESCO-Welterbe
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Pfarren des Stiftes Melk

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Pfarren

"Das aber Gottes Wille in uns geschehe, darum bitten wir im Gebet." RB 7,20

Für die Benediktiner im Stift Melk gelten neben den immer neuen Aufgaben nach wie vor wesentlich zwei historisch gewachsene Aufgaben: die Arbeit in Unterricht und Erziehung und die Pfarrseelsorge.
Aus den ursprünglich fünf Pfarren, die in der Babenbergerzeit zum Stift kamen, wurden im Laufe der Jahrhunderte 29 Pfarren, von denen heute noch 23 vom Stift Melk zu betreuen sind. Für Melk ergibt sich - ebenfalls historisch gewachsen - eine eher ungünstige Situation, weil die meisten Pfarren sehr weit vom Stift entfernt an der Peripherie der einstigen Mark im Osten gelegen sind. Der große Priestermangel, historische und juridische Schwierigkeiten lassen eine baldige Änderung dieser Situation nicht erwarten.

 

Urpfarren / Leopoldinischen Pfarren
Als Bischof Ulrich von Passau kurz vor seinem Tod im August 1121 den „Melker Stiftsbrief“ ausstellte, in dem die Weihe und Dotation des Klosters Melk durch Markgraf Leopold II. am 13. Oktober 1113 festgelegt und bestätigt wurde, war diesem Akt eine Reihe von Tauschaktionen vorausgegangen. Die nachträglich ausgestellte Urkunde hält neben den Schenkungen der Vorfahren des Markgrafen auch jene Güter, Zehente und Pfarren fest, die er durch verschiedenen Transaktionen vor und nach 1113 über Vermittlung und unter Mitwirkung des Bischofs an sich und das Kloster gebracht hatte.
Darunter befanden sich auch fünf Pfarren mit den zugehörigen Patronatsrechten und Einkünften. Es waren dies die Pfarren Wullersdorf, Ravelsbach, Weikendorf, Traiskirchen und Mödling.
Auch Lassee ist mit großer Wahrscheinlichkeit im 12. Jahrhundert zur Pfarre erhoben worden und kurz nach Ausstellung des "Stiftsbriefes" an Melk gekommen.

Gründungen zwischen 1100 und 1700
Im 13. Jahrhundert, spätestens in der letzten Hälfte des 14. Jahrhunderts erfolgte die Erweiterung des Pfarrnetzes durch die Einrichtung einer Reihe von Filialkirchen (Gainfarn, Bad Vöslau, Grillenberg, Groißenbrunn, Großriedenthal, Haugsdorf, Leobersdorf, Oberweiden und Rohrendorf) innerhalb der vorhandenen Melker „Urpfarren“. Auslösend war einerseits die steigende Bevölkerungszahl, die Größe der ursprünglichen Pfarrbereiche und andererseits die reiche Stiftungstätigkeit adeliger Wohltäter.

Die josephinischen Pfarren
Als Kaiser Joseph II. in seinem großen Reformprogramm auch das Diözesan- und Pfarrwesen zu durchleuchten begann, hat er neben vielen Bräuchen und religiösen Einrichtungen auch das Pfarrnetz nach „vernünftigen“ Gesichtspunkten erneuert. Die Vorgabe, dass kein Pfarrkind länger als eine Stunde Fußmarsch zur Messe haben soll, erforderte die Einrichtung vieler neuer Pfarren. Ein äußerst aufwendiges Unternehmen, da es oft einen Neubau einer Kirche, neuer Pfarrhöfe und Schulen bedurfte. Dazu kam die Finanzierung der jeweiligen Inneneinrichtung sowie die Einstellung und Besoldung von zusätzlichen Pfarrern, Kaplänen und teilweise auch Lehrern. Dem Inhaber der Patronatsrechte der Mutterkirche wurde die Betreuung der neuen Pfarren auferlegt. Eine ungeheure wirtschaftliche und auch personelle Belastung für das Kloster war die Folge.

1783 begann die Durchführung der Neustrukturierung und das Stift Melk musste neue Pfarren und sogenannte Lokalien, die im wesentlichen Pfarren entsprachen, einrichten. Die noch zum Stift gehörenden Pfarren Untermarkersdorf, Immendorf, Zwerndorf, Alberndorf, Matzendorf, Matzleinsdorf, Prottes und Untersiebenbrunn sind josephinische Gründungen.