Stift Melk - UNESCO-Welterbe
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Koloman

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"Die Verehrung des hl. Koloman ist bis auf den heutigen Tag lebendig. Noch immer werden dem hl. Koloman Kunstwerke, Literatur und Musikstücke gewidmet. Gerade in unserer Zeit, wo das Hören aufeinander schwer geworden ist, kann er als aktueller Heiliger angesehen werden, weil er als Fremder in einem fremden Land nicht verstanden wurde. Wer anders ist, wer anders aussieht, wer anders spricht, macht sich verdächtig, macht Angst und kann leicht das Opfer von Vorurteilen werden." Pater Martin Rotheneder

Die Legende erzählt, dass der heilige Koloman ein irischer Königssohn war, der das königliche Erbe seines Vaters nicht antreten wollte, also auf Krone, Macht und Reichtum verzichtete und stattdessen die Pilgerschaft in das Heilige Land antrat. Er kam aber nur bis Stockerau, wo er von verängstigten Bewohnern dieser Gegend als Spion verdächtigt, gefoltert und schließlich, so die Legende, auf einem Holunderbaum erhängt wurde. Dieser Holunderbaum habe darauf frische Blätter und frische Blüten bekommen, was für die Babenberger die Heiligkeit Kolomans bezeugte. Zu spät kam die Einsicht, dass hier ein Unschuldiger aus Angst und wegen Vorurteilen hingerichtet wurde. Im Jahre 1014 wurde Koloman in der damaligen Burg an der Seite der ersten Babenberger bestattet.

Jedes Jahr wird am 13. Oktober im Stift Melk ein Gottesdienst zu Ehren des hl. Koloman gefeiert. Der Kolomanikirtag wird an diesem Tag seit 1451 in der Stadt Melk abgehalten. Der hl. Koloman ist immer noch der Patron von Stift und Stadt Melk.

Nicht nur für die Geschichte des Stiftes und der Stadt Melk sondern für die Geschichte Österreichs war der erste Heilige unserer Heimat und unseres Landes von ganz besonderer Bedeutung. Der heilige Koloman war der erste Hausheilige der ersten Markgrafen Österreichs, der Babenberger.