Jardin meditérranéen – un paradis

Ein Laubengang führt von der oberen Ebene (Walahfrid Strabo Garten) über einen Verteiler zur unteren Ebene. Hier wurde ein exotischer, mediterraner Gartenraum in Erinnerung an die ehemalige Orangerienutzung angelegt, der Jardin meditérranéen - ein kommunikativer “Platz im Paradies”. Dieser Gartenbereich ist mit Elementen eines symbolischen Paradiesgartens ausgestattet, die Bezug zur baulichen Stiftsanlage nehmen. Ein Stahlband, das mit einer lateinischen Inschrift gekennzeichnet ist, weist auf die zentrale Achse hin, die den Kolomanialtar in der Stiftskirche mit der neu gepflanzten Palme im “Platz im Paradies” verbindet. Die Inschrift über dem Kolomanialtar “Der Gerechte möge gedeihen wie eine Palme” setzt sich im Jardin meditérranéen mit der Inschrift “Gott möge dich in ewiger Tugend grünen und die Palme unverwelklichen Lebens gewinnen lassen” fort.

      

  

Walahfrid Strabo Gärtlein / Paradiesgärtlein

Die obere Ebene mit den 22 Beeten wurde nach dem „Hortulus“ von Walahfrid Strabo ( 9. Jahrhundert) gärtnerisch als Paradiesgärtchen umgestaltet und über eine neue Wegrampe mit tunnelförmigem Laubengang von Westen her leicht zugänglich gemacht. Ausgangspunkt für das Bepflanzungskonzept auf der oberen Terrasse ist der Originaltext von Walahfrid Strabo: “De cultura hortorum (Hortulus). Über den Gartenbau. Lateinisch / Deutsch. (Reclam, 2002)”. Dieser erste überlieferte Text zum Gartenbau in Europa zieht sich als poetischer Erzählfaden durch das Bepflanzungs- und Gestaltungskonzept. Jedes der Pflanzbeete bekommt eine Pflanze - ein Kapitel des Hortulus - zugeordnet und ist daher anhand des Lehrgedichtes lesbar. Die Bepflanzung der 22 Beete wurde aus den jeweils zugeordneten Pflanzen / Kapiteln abgeleitet. Bei jedem Beet wird die Hauptpflanze mit einem Auszug des Originaltextes auf Latein und Deutsch auf Tafeln kurz vorgestellt. Inmitten des Paradiesgartens spendet ein großer Trinkwasserbrunnen Erfrischung.

    
 

Cabinet clairvoyée

Im Zuge des Neubaus der Dreifachsporthalle für das Stiftsgymnasium, gab es im Nordwest-Eck des Stiftsparks (zum Pavillon hingeschaut links) markante Veränderungen. Um einen neuen Abschluss der Donau(Nord)Allee und der westlichen Parkmauer des Stiftsparks zu bekommen wurde ein sogenanntes Cabinet clairvoyée gepflanzt. Hohe Hainbuchenhecken, die auf Durchgangsbögen gezogen wurden, bilden kleine Gartenräume, von wo aus man einen fantastischen Blick in die Weite des Donautales genießen kann. Zwei große, drehbare Spiegelprismen bilden den Alleeabschluss nach Westen hin und holen spielerisch Landschaft und Licht in die Heckenräume.

    


Jardin oriental