Stiftsgeschichte • Klostergründung • Babenberger • Melker Reform • Reformation • Barocker Umbau • Leben und Wirken

Die Melker Reform

Ein sehr wichtiges kirchenpolitisches Ereignis im Laufe der nun über neunhundertjährigen Geschichte des Stiftes Melk
war die Melker Reform:
Im Jahre 1297 vernichtete ein verheerender Brand Kloster, Kirche und Nebengebäude.
Einige Handschriften aus der Frühzeit, wie die Melker Annalen, das Melker Marienlied und das Melker Osterspiel, konnten gerettet werden.
Die Klostergemeinschaft stand vor dem Ruin. Pest, Missernten und andere Plagen kamen dazu,
schadeten der Disziplin des Klosters und brachten Hader unter die Mönche.
Die Situation in Melk war aber eigentlich nur Spiegelbild der damaligen allgemeinen kirchlichen Missstände.
Auf eine Anregung des Habsburger Herzogs Albrecht V. hin – inzwischen hatten die Habsburger das Geschlecht der Babenberger abgelöst –
wurde 1414 am Konzil von Konstanz unter anderem auch die Reform der Benediktinerklöster beschlossen.
Nikolaus Seyringer aus Matzen wurde mit fünf anderen Benediktinern aus dem südöstlich von Rom gelegenen Kloster Subiaco
für die Reform gewonnen und 1418 als Abt nach Melk berufen. Unter seiner Führung wurde Melk zum Muster strenger Klosterdisziplin.
Melker Visitatoren wurden nun in andere Klöster Österreichs und Süddeutschlands geschickt und bald breitete sich die Melker Reform
in dieser ganzen Region aus. Intensive Studien in enger Verbindung mit der Wiener Universität machten Melk außerdem zu einem geistigen
und kulturellen Zentrum mit großer Strahlkraft.
Zwei Drittel der mittelalterlichen Melker Handschriften, insgesamt etwa 1200 Bände, stammen aus dieser Zeit.

Darstellung eines nicht reformierten Klosters aus einer Handschrift des 15. Jhs.                          Darstellung eines reformierten Klosters aus einer Handschrift des 15. Jhs.