Stiftsgeschichte • Klostergründung • Babenberger • Melker Reform • Reformation • Barocker Umbau • Leben und Wirken

Ein barocker Klosterpalast wird errichtet

Ein Höhepunkt in der Geschichte des Stiftes Melk ist zweifellos in der Barockzeit zu finden,
als innerhalb von ca. 35 Jahren die imposante, weltbekannte Stiftsanlage errichtet wurde.
Abt Berthold Dietmayr (Johann Kupetzky, nach 1706)
1700 wurde der damals 30jährige Berthold Dietmayr zum Abt gewählt.
Für den Neubau des Kloster fand er einen kongenialen Partner,
den Baumeister Jakob Prandtauer.
1702 wurde mit dem barocken Bau begonnen.
Was bei wenigen so großen Bauvorhaben werden konnte, ist hier im
Stift Melk vollendet worden:
Der gesamte barocke Plan konnte auch umgesetzt
und das ganze Kloster neu gebaut werden.

Abt Berthold Dietmayr war ein wahrhaft barocker Kirchenfürst und
wurde 1706 auch Rektor der Wiener Universität
und von drei Kaisern, Leopold I., Joseph I. und Karl VI.,
als Ratgeber herangezogen.

Für den gebürtigen Tiroler Baumeister Jakob Prandtauer bedeutete
der Stiftsbau von Melk die Krönung seines Schaffens.
Er starb jedoch, bevor er den Bau vollenden konnte. Sein Neffe
Joseph Munggenast stellte den Prachtbau nach Prandtauers Plänen fertig.
 


Abt Berthold Dietmayr verstand es, die besten Künstler der damaligen Zeit für sein Vorhaben zu gewinnen.
Aber auch lokale Handwerker wurden beschäftigt.

Jakob Prandtauer (unbekannter Maler, um 1722/26)
Für die Innenarchitektur der Kirche holte Dietmayr den Wiener Theateringenieur Antonio Beduzzi;
der Bühnenbildner Giuseppe Galli-Bibiena entwarf die Marmorarbeiten an den Altären.

Es entstand eine im Barock durchaus übliche Synthese zwischen dem Metaphysischen
und dem Theater: Welttheater oder Sakraltheater nennt man das Ergebnis.

Weiters wirkte in Melk eine überragende Künstlerpersönlichkeit seiner Zeit, der Maler Paul Troger,
der die Fresken in der Bibliothek, im Marmorsaal und im Prälatursaal
ausführte.
Johann Michael Rottmayr, ein Salzburger, war schon vorher mit der Gestaltung
der Fresken der Stiftskirche betraut worden.
1738 vernichtete ein Brand Teile der neuen Klosteranlage.
Der greise Abt Berthold Dietmayr gab sofort Anweisung zum Wiederaufbau seines Lebenswerkes,
dessen endgültige Fertigstellung er aber nicht mehr erlebte.