Tourismus - Stiftsbesichtigung
 


Das große Kulturensemble Europas

Seit mehr als 1000 Jahren ist Melk ein geistliches und kulturelles Zentrum des Landes, zunächst als Babenbergerburg und dann ab 1089 als Benediktinerkloster, gegründet von Markgraf Leopold II.
Schon seit dem 12. Jahrhundert ist eine Schule mit dem Kloster verbunden und in der Bibliothek wurden wertvolle Handschriften gesammelt und angefertigt. Auch in vielen Bereichen der Natur- und Geisteswissenschaften sowie der Musik haben Mitglieder des Melker Konventes im Laufe der Geschichte des Klosters bedeutende Leistungen erbracht.

Im 15. Jahrhundert war das Kloster Ausgangspunkt einer der wichtigsten mittelalterlichen Klosterreformen, der "Melker Reform", und unterhielt enge Verbindungen zu den Humanisten an der Wiener Universität.

Sichtbarer Ausdruck für die Bedeutung des Stiftes in der Barockzeit und die hervorragende Stellung seines damaligen Abtes Berthold Dietmayr ist der großartige Barockbau, der 1702-1736 nach Plänen von Jakob Prandtauer und unter Mitwirkung von einigen der namhaftesten Künstler dieser Zeit errichtet wurde.
 

Seit über 900 Jahren leben und wirken nun hier im Stift Melk in ununterbrochener Tradition Mönche nach der Regel des hl. Benedikt in Seelsorge (dem Kloster sind 23 Pfarren angeschlossen), Schule (Gymnasium mit ca. 880 Schülern/innen), Wirtschaft, Kultur und Tourismus.
Das Stift Melk ist daher seit seinen Anfängen ein wichtiger geistiger und geistlicher Mittelpunkt des Landes.
Die vielen Besucher des Hauses stellen auch eine pastorale Herausforderung für das Kloster dar, um sie erkennen zu lassen, dass in allen Epochen und allen Bereichen der Kunst die Menschen durch ihre Werke auf Gott hin verweisen wollten ("Ut In Omnibus Glorificetur Deus" - Damit in allem Gott verherrlicht werde.)

Seit 1978 finden umfangreiche Restaurierungsarbeiten am barocken Prachtbau statt und werden großzügige Adaptierungsmaßnahmen für die Bereiche Gymnasium, Gästehaus, Kultur und Tourismus durchgeführt. So präsentiert sich das Stift Melk den Besuchern heute als würdiger Glanzpunkt Österreichs und als ein großes Kulturensemble Europas.


Das neue Stiftsmuseum

In den Kaiserzimmern ist derzeit das modernste Stiftsmuseum Österreichs untergebracht. Das Thema der Ausstellung ist:
"Unterwegs vom Gestern ins Heute - Stift Melk in Geschichte und Gegenwart".

Architekt der Ausstellung ist Hans Hoffer, der u.a. auch das „Klangtheater Ganzohr“ in Wien gestaltet und schon einige Male die „Klangwolke Linz“ inszeniert hat.
Seine Architektur beruht auf einer maßvollen Inszenierung, die die Kraft der kunsthistorisch wertvollen Objekte nicht schmälert, sondern durch die neue Präsentation ihre Bedeutung für die über 910-jährige ununterbrochene benediktinische Klostergeschichte von Melk hervorhebt.

 

 

 

Die abwechslungsreiche Gestaltung der Räume bewirkt ein sehr lebendiges Erzählen einer langen Geschichte in all ihrem Auf und Ab. Das aktuelle Geschehen im Stift Melk wird mit zeitgemäßen Mittel, wie z.B. Video-Installationen, präsentiert. Um die Bau- und Wirtschaftsgeschichte interessant zu gestalten, wurden Computeranimationen vom Ars Electronica Center Linz – Future Lab geschaffen.
Im Zuge dieser Umgestaltung der Kaiserzimmer zu dem neuen Stiftsmuseum wurden auch die herrlichen Intarsienfußböden restauriert, die nun durch die neue Aufstellung des Museums teilweise sichtbar bleiben.

Die inszenierten Räume beginnen sehr einfach in dem die Besucher sich um einen langen Holztisch versammeln und mit dem ersten Wort der Regel des heiligen Benedikt: HÖRE!
Sie verdichten sich allmählich in der Objektsprache bis ins Hochbarock, um im Josephinismus abgeräumt und auf den bloßen Rationalismus reduziert zu erscheinen, um ausgehend von der Aufklärung in der modernen, heutigen Welt zu landen.

Hl. Benedikt

Dornenkrönung und Verspottung Christi - Detail aus dem Jörg Breu-Altar

Die Besucher sehen sich von unterschiedlich durch Architektur, Licht, Klang und neue Medien inszenierten Räumen umgeben; eingebettet in diesen Gesamtraum befindet sich die sensible Sprache der originalen Objekte und Texte. 
Die vielfältigen Ausstellungstechniken sind dramaturgisch sparsam eingesetzt und ergeben ein komplexes, dem klösterlichen Leben folgendes Gesamtbild, dessen gedankliche Konstruktion in Gesprächen des Architekten mit Abt Dr. Burkhard Ellegast und P. Martin Rotheneder entstanden ist.
Der Kreis der Inszenierung schließt sich im Dialog einer multimedialen Installation zum Thema des „Ganzen Menschen“ mit dem wundervollen gotischen Flügelaltar von Jörg Breu. „Mensch und Gott“ als eine nie enden wollende Bewegung gezeigt, verweist uns auf die permanente Bemühung unseres Daseins.

Neben den Kaiserzimmern sind im Rahmen der Besichtigung des Stiftes der Marmorsaal und die Bibliothek, Meisterleistungen barocker Raumkunst mit den berühmten Fresken von Paul Troger, ebenso zu sehen wie die Altane mit großartigem Ausblick auf die Donaulandschaft und die Westfassade der Stiftskirche.
 

Die Stiftskirche ist Abschluss und Höhepunkt des Rundganges. Künstler wie Jakob Prandtauer, Johann Michael Rottmayr, Paul Troger, Antonio Beduzzi, Lorenzo Mattielli und Peter Widerin haben mit vielen anderen hier ein Gesamtkunstwerk zur Verherrlichung Gottes geschaffen, das als Musterbeispiel des Barock unumstritten ist und das seinesgleichen sucht.



Museumspädagogische Führungen für Volksschulklassen


Für museumspädagogische Führungen für Volks-Schulklassen gibt es einen speziell gestalteten Sonderraum. Hier wird den Kindern mit beweglichen Elementen über die Geschichte und Gegenwart des Stiftes und über die Aufgaben der Benediktinermönche erzählt. Weiters sehen die Schüler/innen im Rahmen der Führung, die Prunkräume des Stiftes, den Marmorsaal und die Stiftsbibliothek. Die Stiftskirche ist im Anschluss an die Führung zu besichtigen.