SONDERAUSSTELLUNG IM STIFT MELK 
"RUDI WACH: INWENDIG - Seismogramme der Körperseele"

 

29. Juni 2005 bis 5. November 2006

 

Das Stift Melk präsentiert von 29. Juni 2005 - 5. November 2006 eine dem Künstler Rudi Wach gewidmete anthologische Ausstellung.

Die Ausstellung wurde unter genauer Berücksichtigung des Ausstellungsbereiches geplant.

Im Eingangsbereich des Stiftes können große Bronzeskulpturen bewundert werden, die für einen bestimmten Zeitraum für das Schaffen Rudi Wach charakteristisch sind. 
Der Säulenraum im Prälatenhof ist dem zeichnerischen Schaffen des Künstlers gewidmet: Dort können großformatige Zeichnungen und die neueste, eigens für diese Ausstellung geschaffene, 2,40 m hohe Skulptur "Vor dem Sturz" besichtigt werden.

Im Marmorsaal werden kleine Bronzeskulpturen wie Schmuckstücke präsentiert, die am Anfang seines Werkes den weiteren Schaffensweg vorgezeichnet haben.

Die Art und Weise, wie Wach sich beim Zeichnen auf die Bereiche des Unterbewusstseins einlässt, stellt Beziehungen zu den Mythen her und verleiht dem Übernatürlichen Ausdruck.


Anlässlich der Ausstellung erscheint ein Katalog, der den künstlerischen Schaffensweg Rudi Wachs von der Mitte der 50er-Jahre bis heute dokumentiert, mit einleitenden Aufsätzen von Kunstkritikern mit großem internationalen Ruf.

Die ausgestellten Objekte von Rudi Wach sind nur im Rahmen der Stiftsbesichtigung zu sehen, ausgenommen die in den frei zugänglichen Außenbereichen stehenden Skulpturen sowie die Werke im Säulenraum.

Eine Stiftsbesichtigung ist von April bis Oktober mit und ohne Führung und von November bis März nur mit Führung möglich.

Öffnungszeiten für die Stiftsbesichtigung:

Mai bis September:

9 – 18 Uhr (letzter Einlass 17 Uhr)

April, Oktober:

9 – 17 Uhr (letzter Einlass 16 Uhr)

November bis März:

Stiftsbesichtigung nur mit Führung täglich um 11 und 14 Uhr sowie für Gruppen nach Vereinbarung

 

Rudi Wach

Geboren am 22. November 1934 in Hall in Tirol  
Kindheit und Jugend in Thaur (Tirol) 
Besuch der Kunstgewerbeschule in Innsbruck, wo Hans Pontiller sein erster Lehrer wird.
Ab 1955 Studium an der Akademie der Schönen Künste „Accademia di Brera“ in Mailand bei Marino Marini; erste Skulpturen der "Wächter" und "Mütter".
1956 Arbeit an den utopischen Modellen „Städte der Zukunft“ und Beginn der Freundschaft mit Mario Negri, die bis zu dessen Ableben dauert.
1957 trifft Rudi Wach Alberto Giacometti, der in nach Paris einlädt.
Von 1958 bis 1963 lebt er in Paris und besucht fast täglich den Louvre sowie die anderen Museen der Stadt, öfters begibt er sich nach Chartres. Aufenthalte in Mailand und Wien.
1958 Beginn der Freundschaft mit Fritz Wotruba
1959 gewinnt Rudi Wach den ersten Preis der Biennale della Gioventù von Görz.
1962 bekommt er den Theodor-Körner-Preis der Stadt Wien.
Seit 1963 lebt Rudi Wach wieder in Mailand. 
1964 Bekanntschaft mit Elias Canetti, der bei einem seiner Aufenthalte in Mailand Wachs Atelier besucht.
1965 gewinnt er die Goldmedaille des VI Concorso Internazionale del Bronzetto in Padua und 1966 den Preis des Konsulats der Bundesrepublik Deutschland beim XII. Wettbewerb für Graphik in Innsbruck. 
1969 treten mit den "Sphingen" neue Gestaltungen auf.
1970 erhält Rudi Wach den Preis des österreichischen Bundesministeriums für Unterricht und Kunst beim XVI Wettbewerb für Graphik in Innsbruck.
1972 Reise nach Ägypten mit seinem Freund Franz Parak: Die Landschaft und die Kultur dieses Landes hinterlassen in ihm einen äußerst starken Eindruck.
1972 erhält Rudi Wach den Preis des XI Concorso del Disegno der Galleria delle Ore in Mailand.
Nach dem Tod seiner Mutter 1973 intensives zeichnerisches Schaffen, dessen eigene selbständige Anschaulichkeit im Ausdruck Wachs bildhauerischem Werk gleicht. Zusätzlich wird er angeregt durch die Bekanntschaft und Freundschaft mit dem Dichter Carlo Invernizzi.
1973 Beginn der Beschäftigung mit der Skulpturengruppe der "Beter" und "Opferer"
1974 erste seinem Werk gewidmete Ausstellung in der Galerie Stendhal in Mailand
1978 erste Arbeiten in Marmor in Carrara und Pietrasanta
Ab diesem Zeitpunkt Auseinandersetzung mit dem Symbol des „Kreuzes“: Das 1981 begonnene Innbrücken-Kreuz, das Werk, mit dem Wachs Dialog mit dem menschlichen Körper seinen Anfang findet, wird 1985 fertiggestellt.
1984 erste Entwürfe für die 1994 vollendete Weiße Kapelle an der Universitätsklinik Innsbruck, deren Grundgedanke das immer fließende Wasser ist, aus dem Leben entsteht. 
1985 Entwurf des Adler-Flugschatten-Brunnen für Innsbruck, der 1993 mit der Aufstellung der 13 m hohen bronzenen Adlersäule fertig stellt wird.
1987/1988 realisiert er den Altarefiore (Blumenaltar) in schwarzem Stein aus Nesso für die Kirche von Morterone.
1989 Pilgrampreis für die Weiße Kapelle und erster Preis beim Wettbewerb für das Plakat zum 50. Hahnenkammrennen in Kitzbühel
1994 erste großformatige Zeichnungen
1995 erste Studien für die Kapelle des Weißen Lichts, die 2000 im Pitztal errichtet wird.
1996 große Retrospektive am Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum in Innsbruck
1999 große Skulptur Adlermensch für die Hofburg in Innsbruck
1999 Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst 1. Klasse der Republik Österreich und Verdienstkreuz der Stadt Innsbruck
2000 Einladung zu einer persönlichen Ausstellung mit neuen Zeichnungen im Musei Civici Villa Manzoni in Lecco im Rahmen des LeccoArteFestival
2001 Zyklus Lauf der Geschöpfe für die Wiener Linien in der U-Bahn-Station Museumsquartier in Wien
2002 Die Mailänder Galerie A arte Studio Invernizzi präsentiert großformatige Zeichnungen auf Leinwand von Rudi Wach.
2002 Einladung der Provinz Mailand zu einer Ausstellung großer Skulpturen im Palazzo Isimbardi
2003 große Ausstellung in der Hofburg in Innsbruck, wobei Wachs Werke jenen von Rodolfo Aricò gegenübergestellt werden.
2004 Ausstellung in Melzo im Palazzo Trivulzio aus dem 16. Jahrhundert.
2004 Ausstellung im Forum Austriaco di Cultura in Mailand
2005/2006 Ausstellung "Inwendig - Seismogramme der Körperseele" im Stift Melk