Im Jahr 2006 jährt sich der Geburtstag von Wolfgang Amadeus Mozart zum 250. Mal. Dieses Mozartjubiläum wird vielerorts in einer sehr vielfältigen Weise zelebriert.
 

Die Familie Mozart – Vater Leopold, die Mutter, die Schwester „Nannerl“ und der
12 jährige Sohn Wolfgang Amadeus – hat auf ihren zahlreichen Reisen auch zwei Mal Station im Stift Melk gemacht.
 

Deswegen soll es auch im Stift Melk nicht verschwiegen werden, sondern mit Freude erwähnt sein:

 

MOZART

WAS HERE.

 

Die Chronik beschreibt die zwei Besuche der Familie Mozart im Stift Melk im September 1767 und im Dezember 1768.
Mozart wurde mit großen Ehren empfangen und sein Spiel auf der Stiftsorgel von allen sehr bewundert. Wolfgang Amadeus wird in der Chronik als bereits „höchstberühmter“ Musiker beschrieben.
 

Der zweite Anknüpfungspunkt zu Wolfgang Amadeus Mozart ist die Bekanntschaft Mozarts mit dem in Melk geborenen Maximilian Stadler.
Stadler trat als Benediktiner in das Stift Melk ein und hatte am 14. September 1767 seine erste Begegnung mit Mozart, als dieser an der Melker Stiftsorgel spielte. Der Kontakt mit Mozart wurde dann ab 1781 in Wien, wo sich Maximilian Stadler zu dieser Zeit vor allem aufhielt, intensiviert.
Nach Mozarts Tod wurde Stadler musikalischer Berater von Mozarts Witwe Constanze. Er war einer der ersten, die den Nachlass von Mozarts Manuskripten ergänzte, ordnete und katalogisierte.
Um 1800 hatte Maximilian Stadler die autographisch erhaltenen Sätze des unvollendet gebliebenen Requiems von Mozart kopiert. Er gab danach eine „Vertheidigung der Echtheit des Mozart’schen Requiems“ heraus.

 

Aufgrund dieser Beziehungen des Stiftes Melk zu Mozart wird es 
vom 1. Mai bis 5. November 2006 
im
Areal des Stiftsparks 
einen „Mozart-Weg“ geben:

 

Der Schweizer Christian Phillip Müller (geb. 1957, Biel) und Roman Ondák aus der Slowakei (geb. 1966 in Zilina) wurden auf Initiative von Pater Martin Rotheneder anlässlich des Mozartjahres 2006 eingeladen, Werke für den öffentlichen Raum von Stift Melk zu realisieren.

Beide Künstler arbeiten mit dem Instrumentarium der Konzeptkunst und verstehen bildende Kunst nicht nur als Synonym für physische Objekte. Kunst, Alltag und Politik werden im Hinblick auf ihre kulturelle Bedeutung untersucht und in ein ästhetisches Produkt übersetzt. So interessieren sich die Künstler etwa für die Zeit, in der Mozart das Stift besuchte.

Dazu ein Text von Brigitte Huck:

 

"Zweimal war M. in Melk. Als Kind von elf Jahren, später mit zwölf machte er im Benediktinerstift Station: mit Vater, Mutter und Schwester. Eine Familie von Reisenden, immer unterwegs. Nur zu gerne verlässt man das spießige Salzburg und den anmaßenden Erzbischof, der M. zu den Dienstboten ans untere Ende der Tafel setzt. In der köstlichen Atmosphäre des Stiftes an der Donau kann man durchatmen. Hier gibt es intellektuelle Gesprächspartner, elegant wird gespeist im Gartenpavillon des Franz Munggenast, unter den illusionistischen Fresken des Johann Bergl. Im prächtigen Gesamtkunstwerk der Benediktiner wird lateinisch gedichtet und der junge Pater Marian Paradeiser, die „gemma“ des Klosters, sein „Edelstein“, komponiert Streichquartette und Violinsonaten.

Die Künstler Christian Philipp Müller (geboren 1957 in Biel, Schweiz) und Roman Ondák (geboren 1966 in Zilina, Slowakei) nehmen diesen geistigen und historischen Raum zwischen Barock und Klassik zum Ausgangspunkt ihrer Überlegungen. Das Nachdenken, die komplexe Recherche bestätigen sich im bildhaften und visuell verdichteten Kunstwerk, das die Künstler in der traumhaften architektonischen und landschaftlichen Topografie des Stiftes Melk verankern.

Beide Künstler arbeiten mit dem Instrumentarium der Conceptual Art. Sie betreiben Wissensproduktion als komplexe Praxis. Mit den Methoden der Spurensucher werden Bezüge zum kulturellen Leben der Gegenwart hergestellt. Beide Arbeiten beschäftigen sich mit dem Faktor Zeit. Darüber hinaus geht es in Christian Philipp Müllers „Die neue Welt“ um Tausch, Austausch und Geschmack, in Roman Ondáks „Tourist’s Trophies“ um Reisen und Erinnerung.


Christian Philipp Müller
Die neue Welt, eine Art locus amoenus
2006

In der obersten Etage des Melker Stiftsparks befindet sich ein steinernes Wasserbecken. Es wird als Sammelbecken für die Bewässerung des Parks benützt und ist von alten Linden umgeben. Die Wasseroberfläche reflektiert den Himmel, holt ihn in den Park. Hier baut Christian Phillip Müller seine „Neue Welt“, einen „locus amoenus“, was soviel heißt wie lieblicher Ort, paradiesische Gegend. Er baut ein Becken ins Wasserbecken, und bepflanzt die neue Insel mit Kartoffeln, Indianermais, Tabak, Sonnenblumen, Paprika und vielen Sorten von Paradeisern. Die Arbeit bietet in ihrer schlichten Schönheit eine Fülle von Verweisen an: Klostergärten waren im 18.Jahrhundert immer Orte für Sammlungen exotischer Pflanzen und Gehölze, Zierpflanzen und Kuriositäten, die dem Schmuck und nicht der Nahrung dienten. Die Bergl-Malereien im Lustpavillon erzählen von fernen Ländern und Menschen, sie waren die exotische Kulisse für die Rekreation der Mönche, die nicht reisten. Mit dem Werk ‚Die neue Welt’ geht es Christian Philipp Müller darum, die Parallelen von ästhetischem und kulinarischem Geschmack aufzuzeigen und, wie in allen seinen Arbeiten, um die Auseinandersetzung mit der menschliche Dimension.

 

April 2006 April 2006 Anfang Juni 2006 Mitte Juni 2006 21. Juni 2006
Juli 2006



Roman Ondák
Tourist’s Trophies, 2006

Roman Ondák folgte den Reisen Mozarts in die europäischen Städte London, Paris, Wien und Baden, Salzburg, Venedig, Rovereto, Ala, Bratislava, Frankfurt und Mannheim. Er besuchte Mozart Gedenkstätten, fotografierte die an den Fassaden montierten Erinnerungstafeln. Er verhält sich so, wie sich Touristen verhalten, die geradezu obsessiv möglichst viele ‚kulturelle Schätze’ einsammeln. Im Sommer 2006 ist nun in der Bastei des Stiftes Melk eine Sammlung von Mozart-Gedenktafeln zu sehen. Flach- und Hochreliefs, displaced objects; Bauplastik, die ihre enge Verbindung zur Architektur aufgegeben hat. Erinnerungen, die den Souvenirsammlern zum Opfer gefallen sind. Die Herkunft der schweren Metall- und Bronze-Tafeln ist mysteriös. Wer hat sie hierher gebracht? Ondáks mit ironischem Hintersinn arrangierte Kunstwerke sind Scharniere zwischen dem realen Ort und der immateriellen künstlerischen Geste. Sein feines Spiel mit Bedeutungen ist gleichzeitig ein „poetischer Akt“, eine Geschichte, die unserer Phantasie herausfordert.

Was den Künstler vom Historiker unterscheidet ist, dass er durch seine Arbeit neue Identitäten erzeugt, eine neue Geschichte erzählt. Die Fakten, die er als Chronist und Rechercheur sammelt, dienen der Konstruktion von neuen Bedeutungen und Inhalten. Es sind die Inhalte, die die Relevanz eines Ortes unterstreichen und gleichzeitig für seine Zerstreuung auf den multiplen Layers des Kunstwerks sorgen."

 


 

 

Der Stiftspark wird von 
1. Mai bis 5. November 2006 
täglich von 9.00 bis 18.00 Uhr 

geöffnet und mit einer Eintrittskarte zur Stiftsbesichtigung bzw. einer eigenen Parkkarte zugänglich sein.

 

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Veranstaltungen

 

Filmvorführung: "Der Wadenmesser oder
Das wilde Leben des Wolfgang Mozart"

 

18. Mai 2006, 19.30 Uhr im Stift Melk

 

anschließend Publikumsgespräch mit dem Regisseur Kurt Palm

 

Abseits ausgetretener Rezeptionspfade begibt sich Kurt Palm auf die Suche nach den verwischten Spuren des allseits beliebten und vereinnahmten Kompositionsgenies aus Salzburg.

 

Eintritt frei

 

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moJAZZart

 

21. Juni 2006, 20.00 Uhr im Stiftspark

 

mit: Not Only 4 Men

Eintritt:
Erwachsene € 10,- 
Schüler/Studenten € 4,-

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Konzert mit dem Kammerorchester Waidhofen/Ybbs

 

23. Juni 2006, 20.00 Uhr in der Stiftskirche

 

Henry Purcell: Fairy Queen (Suite aus der Musik zum Sommernachtstraum)
Wolfgang Amadeus Mozart:
Konzert für Horn und Orchester Nr. 2 in Es-Dur KV 417
Gustav Mahler: 1. Sinfonie in D-Dur "Der Titan"

Kammerorchester Waidhofen / Ybbs
Horn: Walter Reitbauer
Dirigent: Wolfgang Sobotka

 

Eintritt:
Erwachsene 1. Kategorie € 17,-  /  2. Kategorie € 13,-
Schüler/Studenten € 7,- (beide Kategorien)

 

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Filmabend zu W. A. Mozart

 

26. Juni 2006, 20.00 Uhr im Stiftspark

 

Rock Me Amadeus, A 1985

Regie & Buch: Hannes Rossacher, Rudi Dolezal

 

Mozartminuten, A 2006

eine Minute Mozart von Sabine Derflinger, Houchang Allahyari,Michael Glawogger, Goran Rebic, Ruth Beckermann, Ferry Radax

 

Don Juan, Karl Liebknecht-Str. 78, DDR 1980

Regie & Buch: Siegfried Kühn

Kamera: Klaus Neumann

Musik: Karl-Ernst Sasse

Produktion: DEFA, Berlin

Darsteller: Hilmar Thate, Elisabeth Breut, Ewa Szykutska, Beate Tysszkiewicz, Jürgen Freier, Trude Bechmann, Hertha Thiele

 

Eintritt frei

 

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Nächtliche Konzerte in der Stiftskirche Melk
 

6., 13., 15., 20. und 27. August 2006

 

20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Zur besonderen Stimmung dieser Orgelkonzerte, die teilweise auch durch Gesang oder andere Instrumente ergänzt werden, tragen die mit der Musik korrespondierenden Lichteffekte bei, die durch unterschiedliche Beleuchtung und Scheinwerfer in der Kirche erzeugt werden.

 

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Sommerkonzerte im Gartenpavillon

 

5., 12., 19. und 26. August 2006

 

19.00 Uhr im Gartenpavillon im Stiftspark

 

Diese Konzerte finden jeweils an den Samstagen im August im stimmungsvollen Ambiente des Gartenpavillons im Stiftspark Melk statt und dauern in der Regel ca. 60-90 Minuten (Ausnahme 26. August - Dauer ca. 2 Stunden).
Die Abendkassa vor dem Stiftspark ist ab 18.00 Uhr geöffnet. Einlass in den Stiftspark mit einer Konzertkarte ist daher auch bereits ab 18.00 Uhr.

 

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1. Nächtliches Konzert

 

30. Juli 2006, 20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Orgel: Franz Danksagmüller

 

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1. Sommerkonzert im Gartenpavillon

 

5. August 2006, 19.00 Uhr im Gartenpavillon

 

Flöte: Maria Miteva
Gitarre: Zsofia Boros
Harfe: Krassimira Ziegler
Viola: Elisaveta Staneva-Vogl

 

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2. Nächtliches Konzert

 

6. August 2006, 20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Orgel: Prof. Hans Haselböck

 

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2. Sommerkonzert im Gartenpavillon

 

12. August 2006, 19.00 Uhr im Gartenpavillon

 

Werke von John Dowland, Henry Purcell, Georg Friedrich Händel und Wolfgang Amadeus Mozart

Cembalo: Anton Gansberger 
Sopran 
Bariton

 

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4. Nächtliches Konzert

 

15. August 2006, 20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Sopran: Gerlinde Stöger
Orgel: Johann Kreuzpointner

 

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3. Sommerkonzert im Gartenpavillon

 

19. August 2006, 19.00 Uhr im Gartenpavillon

 

Marcolini Quartett, Köln
 

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5. Nächtliches Konzert

 

20. August 2006, 20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Orgel: Florian Neulinger

 

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4. Sommerkonzert im Gartenpavillon

 

26. August 2006, 19.00 Uhr im Gartenpavillon

 

Trio Majore
Leitung: Josef Schweighofer 
 

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6. Nächtliches Konzert

 

27. August 2006, 20.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Orgel: Josef Schweighofer

 

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Konzert mit dem Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
 

14. September 2006, 19.30 Uhr in der Stiftskirche

 

Wolfgang Amadeus Mozart: Serenade Nr. 7 D-Dur "Haffner" KV 250
Robert Schumann: Symphonie Nr. 1 "Frühling" B-Dur op. 38 

Tonkünstler-Orchester Niederösterreich
Violine und Dirigent: Bijan Khadem-Missagh

Eintritt: € 32,- / € 27,-

Informationen zum Festival Allegro Vivo: www.allegro-vivo.at

 

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Mozartkonzert des Kammerorchesters Scheibbs

 

26. Oktober 2006, 19.00 Uhr im Kolomanisaal

 

Wolfgang Amadeus Mozart: 
Marsch KV 408
Sinfonia concertante in Es-Dur für Violine, Viola und Orchester KV 364
3 Arien für Gersang und Orchester: Register-Arie aus Don Giovanni, Rezitativ und Arie "Alcandro, lo confesso", KV512 und "Rivolgete a lui lo sguardo" KV 584 
Sinfonie Nr. 29 in A-Dur KV 201 

Violine: Aileen Dullahan
Viola: Judith McGregor
Bass: Nikolaus Coquillat 
Kammerorchester Scheibbs
Dirigent: Herbert Schlöglhofer

 

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Gottesdienste

 

Ostersonntag

 

Pontifikalamt, 16. April 2006, 09.30 Uhr

 

Heute erinnert sich die Kirche, die Gemeinschaft der Christinnen und Christen, an die Auferweckung Jesu. Gott hat den Weg seines Sohnes angenommen, hat unwiderruflich Ja gesagt zu dieser Welt. Gott hat seiner Schöpfung die Treue zugesagt:
Auferweckung dessen, was verloren scheint –
nicht ewiges Verlorengehen im Vergessen

Hoffnung in den Zweifelsparolen
Zweifel an der Hoffnungslosigkeit

Auferstehung vom Tod zum Leben
statt Vernichtung des Lebens in den Tod

Diese Erinnerung lässt uns hoffen, dass unser Weg nicht im Leeren versandet und in eine letzte Sinnlosigkeit versinkt. Nicht der Tod als letzte Schranke, die alles Leben in sich verschlingt, sondern Leben als Antwort Gottes auf den Tod.

 

Musikalische Gestaltung: Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti
Wolfgang Amadeus Mozart: Missa solemnis in C KV337
Teile aus dem Regina coeli, KV 127
und zeitgenössische Werke
 

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Pfingstsonntag

 

Pontifikalamt, 4. Juni 2006, 9.30 Uhr

 

Musikalische Gestaltung mit Zeitgenössischem im Geiste Mozarts 
durch Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti

 

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Mariä Himmelfahrt

 

Pontifikalamt, 15. August 2006, 9.30 Uhr

 

Musikalische Gestaltung: Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti
Wolfgang Amadeus Mozart: Sancta Maria, KV 273 und andere Kompositionen Mozarts zu Ehren Mariä

 

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Allerseelen

 

Pontifikalrequiem, 2. November 2006, 19.00 Uhr

 

Musikalische Gestaltung: Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti
Wolfgang Amadeus Mozart: Requiem, KV 626

 

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Mariä Empfängnis

 

Pontifikalamt, 8. Dezember 2006, 9.30 Uhr

 

Musikalische Gestaltung: Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti
eine Missa brevis von Wolfgang Amadeus Mozart

 

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Christtag

 

Pontifikalamt, 25. Dezember 2006, 9.30 Uhr


Musikalische Gestaltung: Stiftschor und -orchester Melk
Leitung: Thomas Foramitti
Wolfgang Amadeus Mozart: Missa brevis in B, KV 275

 

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