Sonderausstellung

















Über Porträts


Damit ein Werk lebendig wird, muss der Zufall seinen Platz haben. Nicht den ganzen Platz, dann wäre die Künstlerin nicht mehr drin, aber er soll mitwirken, damit etwas anderes, nicht Geplantes, eben, was das Leben ausmacht, möglich ist.

Es gilt, Abstand vom Kontrollierten zu nehmen. Die kontrollierte, realistische Form des Porträtierten ist in der Regel schnell skizziert. Hier kommt nun das Relationale ins Spiel. Von der zu portraitierenden Person quasi „besessen“, „erschaffe“ ich sie nach und nach, indem ich mich verschiedener Techniken bediene: bemalte Collagen, Übermalen und diverse Abdrucke, die verschiedene Aspekte zum Verschwinden bringen oder betonen und umgekehrt. Es gilt, die Oberfläche der Dinge (die Oberflächlichkeit) des Bildes zu durchqueren, zu verschieben, um das Zwischen sichtbar zu machen, dort, wo andere wie F. Bacon die Mittel der Deformation benutzen.

Über die Vergrößerungen von Details

 

 

Das „Zwischen“ (nach einem Ausdruck des französischen Philosophen François Jullien in „Vom Sein zum Leben“) spielt eine wichtige Rolle bei den Portraits, auch wenn es  um der erwarteten Wiederkennbarkeit der Portraitierten willen zu verschwinden scheint.

 

Die vergrößerte Darstellung von Portrait-Details ist das Sichtbarmachen dieses „Zwischen“, dieses „Quer hindurch“,  eben dessen, was die Lebendigkeit des Dargestellten ausmacht.

 

Das Zwischen ist „evasiv“, macht eine begrenzte, konkrete Zuordnung unmöglich,  deutet eine unendliche Entfaltungsmöglichkeit an,  ohne dabei aber das Sinnliche zu verlassen, ohne auf die Phänomenalität der Dinge zu verzichten.

 

 

 

Über Abstraktion

 

Die sogenannte „abstrakte“ Kunst löst sich von einem konkreten Objekt und materialisiert eine Idee oder ein Konzept.  Es ist für mich wichtig, dass die „Abstraktion“ an dieses Objekt gebunden bleibt, nicht nur mittels einer Idee, sondern ebenso durch die sie charakterisierenden Formen und Farben, ihrem „Zwischen“.

 

Sorgfältig ausgewählten, eben „abstrahierten“  Details versetzen die verschiedenen Faktoren ( wie hell – dunkel, rund – eckig, voll – leer, usw. ) in ihrer komplementären Gegensätzlichkeit durch das Spiel ihrer Polaritäten in Spannung zueinander.

 

 

Zur Frage des „Stils“ zwei Zitate

 

 

„Es ist, kurz gesagt, der Anspruch der Künstlerin, dass ihr Stil wiedererkannt wird,  zugleich will sie aber ihre Freiheit bewahren, um sich im nächsten Werk neu erfinden zu können.“ (Mareike Wolf-Fédida) 

„Die Kunstgeschichte verewigt die Kunst, die mit jener Kunst brechen konnte, die sie überliefert.“ (Leo Navratil, Kunst und Kunstgeschichte)

 

Joëlle LANDRICHTER lebt seit 1966 mit Unterbrechung (China, Ägypten) in Wien, arbeitet seit 2000 in ihrem Atelier in Friedersdorf am Jauerling. Ihr Leben als berufsmäßiger Künstlerin begann 1999 im Zuge einer produktiven Lebenskrise. Geboren 1945 in Besançon/Frankreich, als Gymnasiastin Studium an der dortigen Académie des Beaux Arts. Studien der Kunstgeschichte und ostasiatischer Sprachen in Paris und Wien. Dortselbst auch in der Meisterklasse der Akademie der Angewandten Kunst (Innenarchitektur). Nach Geburt zweier Kinder Abschluss des Literatur- und Linguistikstudiums in Frankreich und Broterwerb als Sprachlehrerin. Entscheidend für ihr künstlerisches Schaffen ein zweijähriger Arbeitsaufenthalt in Beijing, China.
Seit 1999: Erfolgreiche Einzelausstellungen in Wien (Haus Wittgenstein; Galerie „Simon arts&crafts“;  Galerie Lindengrün, Weltkongress der Psychoanalyse, Kulturtage Gossam, Biennale di Montone, u.a.).

Werke in Privatsammlungen in Österreich, Frankreich, Belgien, UK

Joëlle LANDRICHTER vit depuis 1966 à Vienne avec quelques interruptions (Chine, Egypte) et peint dans son atelier à Friedersdorf /Jauerling. C’est en 1999 à la suite d’une crise existentielle très productive que sa vie d’artiste a vraiment commencé. Née en 1945 à Besançon, France, études à l’Académie des Beaux Arts dès l’age de 14 ans, études d’histoire de l’art et de langues orientales à Paris et à Vienne, où elle a également suivi des cours de « meisterklasse » à l’Académie des Arts Appliqués. Après la naissance d’une deuxième enfant termine ses études de littérature et linguistique comparé et travaille ensuite, pour gagner sa vie, comme professeur de langues. Décisif pour elle, deux années en Chine (correctrice aux Éditions en Langues Étrangères à Beijing).
À partir de 1999: plusieurs expositions à Vienne (Haus Wittgenstein, Galerie Simon arts & crafts, Galerie Lindengrün, Congrès Mondial de Psychanalyse à Vienne, JournéesGossam, Biennale di Montone etc.).

Ses œuvres se trouvent dans des collections privées en Autriche, en  France, en Belgique et UK

Joëlle LANDRICHTER lives in Vienna since 1966 (with a few interruptions : China, Egypte) and is painting in her studio in Friedersdorf/Jauerling. As a result of a productive crisis her life as a professional painter started in 1999. Born 1945 in Besançon/France, studies at the local Académie des Beaux Arts, later studies of history of art and East-Asian languages in Paris and Vienna. There she attended a “Meisterklasse” at the Academy of Applied Arts. After the birth of two children she finishes her studies in Literature and Comparative Linguistics and works as a language teacher. Two years of working in China (Foreign Language Editions) are decisive for her life as an artist.
Since 1999: Successful personal exhibitions in Vienna (Haus Wittgenstein; Galerie “Simon arts&crafts”, Galerie Lindengrün, World Congress of Psychoanalysis, Kulturtage Gossam, Biennale di Montone, etc.)

Her work is part of private collections in Austria, France, Belgium and the UK.