European Brass Ensemble

 

European Brass Ensemble

Musikalische Leitung: Thomas Clamor

 

Das „EUROPEAN BRASS ENSEMBLE“ ist einerseits der Name, andererseits das Motto, des von Karl Schagerl und Thomas Clamor im Sommer 2010 erstmals initiierten Projekts. Im Zentrum dieser Initiative steht einerseits die Freude am gemeinsamen Musizieren, andererseits der Austausch der verschiedenen Kulturen. Darüber hinaus ist die gegenseitige Vermittlung von Wissen über die Blechbläserkammermusik ein zentrales Anliegen.

Zur Erarbeitung ihrer Programme treffen sich die jungen MusikerInnen projektweise im STIFT MELK. Neben dem MUSIKHAUS SCHAGERL, das sich schon viele Jahre für die Förderung des musikalischen Nachwuchs einsetzt, konnte das STIFT MELK, welches als einzigartiges Juwel des Barock gilt („Best Historic Destination of the World 2008“) und gleichermaßen für seine kunstsinnige Arbeit bekannt ist, als Kooperationspartner gewonnen werden.

 

Das „EUROPEAN BRASS ENSEMBLE“ setzt sich aus rund 50 BlechbläserInnen und SchlagwerkerInnen zusammen, die für die Sommerarbeitsphase 2013 aus insgesamt 12 Ländern kommen. Durch diese besondere Besetzung ergeben sich vom imposanten Blechbläserchor bis hin zum filigranen Kammermusikensemble vielseitige klangliche wie auch musikalische Möglichkeiten, durch die das Publikum wie auch die MusikerInnen den dargebrachten Werken auf eine ganz neue Art und Weise begegnen können. 

Bisheriger Höhepunkt der künstlerischen Arbeit war die Zusammenarbeit mit James Morrison und Hans Gansch anlässlich des SCHAGERL BRASS FESTIVALS im Mai 2011.

 

 

Künstlerischer Leiter:

 

Prof. Thomas Clamor studierte an der Musikhochschule Detmold Trompete und Schlagwerk. Im Jahr 1986 wurde er als damals jüngstes Mitglied bei den Berliner Philharmonikern aufgenommen. Als Solist und Kammermusiker wirkte er in vielen namhaften Ensembles mit. Dieser über 20-jährige Schaffensbereich wird durch eine große Anzahl von Fernseh- und Rundfunkproduktionen sowie CD-Aufnahmen bei führenden Labels dokumentiert.

 

Seit 1987 widmete sich Clamor auch vermehrt der pädagogischen Arbeit. So nimmt er Lehraufträge an den Musikhochschulen in Detmold und Weimar an, und ist seit dem Jahr 2001 Gastprofessor an der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler sowie Professor h. c. an der Musikhochschule Shanghai.

 

Einen Höhepunkt seiner Arbeit stellt das inzwischen legendäre "El Sistema" von Venezuela dar. Hier entsteht unter seiner Mitwirkung die erste lateinamerikanische Brass-Akademie, an deren Spitze das von ihm gegründete Venezuelan- Brass-Ensemble steht. Mit ihm findet er bei Publikum und Presse auf der ganzen Welt begeisterte Resonanz.

Thomas Clamor war bei den bekanntesten Festspielen Europas zu Gast, und dirigierte u.a. auch in New York, Buenos Aires, Peking und Tokio. Er ist künstlerischer Leiter der deutschen Bläserakademie und Chefdirigent der Sächsischen Bläserphilharmonie. Seit 2010 ist Prof. Clamor künstlerischer Leiter des  „EUROPEAN BRASS ENSEMBLES“.

 

 

 

 

Programm:

 

Leoš Janáček – Fanfare 

 

Luis Alberto Castro – Fanfaria Ceremonial Nr.3

 

Giovanni GabrieliCanzon für 3 Chöre

 

Giovanni GabrieliCanzon für 5 Chöre

 

Georg Philipp Telemann – Trompetenkonzert in D-Dur

 

Christian Sprenger – Choralfantasien

                   Lobet den Herren

                  Nun danket alle Gott              

 

PAUSE

 

Leonard Bernstein – Candide-Ouvertüre    

 

Ottorino Respighi – Pines of the Appian Way

 

Hoagy Carmichael – Stardust (für Horn und Ensemble) 

 

Scarpino Cadarella – Canaro en Paris (Tango)

 

Gaspar Sanz - Los Canarios

 

Ernesto Lecuona - Malaguena

 

Maurice Ravel - Boléro 

 


Zugaben:

 

Alberto Ginastera - Danza Final de Malambo

 

James Morisson - Fanfare Stift Melk

 

 

 

Zum Programm:

Zwei Schwerpunkte bilden den musikalischen Rahmen für den Konzertabend des „EUROPEAN BRASS ENSEMBLE“ im eindrucksvollen Ambiente der kaiserlichen Hofburg unter der Leitung seines künstlerischen Leiters Thomas Clamor.

Zu den Werken von Giovanni Gabrieli und Georg Philipp Telemann, zwei herausragenden Vertretern der Renaissance und des Barock, bilden südamerikanische Kompositionen von Luis Alberto Castro, Scarpino Caldarella, Gaspar Sanz und Ernesto Lecuona, die ursprünglich für das „VENEZUELAN BRASS ENSEMBLE“ komponiert wurden und einen hervorragenden Beitrag zur Originalliteratur für große Blechbläsermusik darstellen, einen musikalisch-dramaturgischen Kontrapunkt. Maurice Ravel’s Bolero, ein Meisterwerk des sinfonischen Repertoires bildet in einer Transkription von Roger Harvey den fast logischen Höhepunkt dieses Abends. Die reiche klangliche Bandbreite eines derartigen Ensembles kommt hier besonders zur Geltung.

Ein abwechslungsreicher und hoffentlich spannender Bogen durch die verschiedensten Genres, der dem Publikum ein möglichst großes Spektrum der Blechbläserkammermusik auf eindrucksvolle Art und Weise näherbringt.

 

European Brass Ensemble

 

Ein Projekt zur Förderung aktiver Musikkultur in Niederösterreich und Europa

 

Ziele

 

- Das pädagogische Konzept: 

Pädagogische Schwerpunkte des Projektes European Brass Ensemble sind 

 

• Praktische Musizier-Praxis für Studierende und Profi Musiker

Erarbeitung von klassischer Literatur für große Blechbläserensembles, die auf Grund der Größe und der künstlerischen Herausforderung nur ausgesprochen selten zur Aufführung kommen. Hier können durch die großen Besetzungen neue klangliche und künstlerische Maßstäbe gesetzt werden.

 

Künstlerische Kooperation mit Musikern und Talenten aus ganz Europa

Durch das Ensemble ergibt sich ein sowohl künstlerisches als auch kulturell interessantes „Austauschprojekt“ (Austausch verschiedener Kulturen, Bräuche, Werte, etc) Damit kann die Vielzahl der hohen künstlerischen Potentiale der Blechbläser Europas gefördert und gegenseitig bereichert werden.

 

- Der „europäische Gedanke“

Ein Europa vereinendes und verbindendes Kulturprojekt (auf höchstem künstlerischem Niveau) ganz im Sinne des „gemeinsamen europäischen Gedankens“

 

- Unterstützung musiksoziologischer Einrichtungen (Venezuela, Bolivien,Indien

Bulgarien,etc. bzw Einbindung des Ensembles und deren musiksoziologische Arbeit in bereits bestehende Sozialprojekte und -engagements des Stiftes Melk in Rumänien, dem Kosovo usw. durch Einladungen von Kindern, die von den Musikern unterrichtet werden und somit neue Perspektiven vermittelt bekommen.

 

- Kulturrepräsentant des „Kulturdenkmals Stift Melk“, des Landes Niederösterreich, der Republik Österreich, aller im Projekt beteiligten Staaten und natürlich der EU selbst,  im erweiterten In- bzw auch Auslandes tätig zu sein, sei es bei Messen, Empfängen, Konzerten, Konzertzyklen oä.

 

 

 

Perspektive: 

 

Das „European Brass Ensemble“ wird exemplarisch als Projekt für Blechbläser entwickelt, das in einem weiteren Schritt auf andere Instrumente übertragen werden könnte. Es bieten sich hier vor allem die anderen Blasinstrumente an.

 

Der internationale Charakter des Musikhauses Schagerl soll den Bekanntheitsgrad des Projekts überregional fördern und neues Publikum erschließen. Einnahmen aus Konzerten dienen der Deckung der Unkosten.  Darüber hinaus erzielte Gewinne kommen dem Projekt zugute, um weiterführende Projekte zu ermöglichen.

 


 

Prof. Thomas Clamor

 

Prof. Thomas Clamor hat die künstlerische Leitung dieses Ensembles inne – er gehört zu den weltweit angesehensten Dirigenten für Blechbläser-Kammermusik.

Thomas Clamor studierte an der Nordwestdeutschen Musikakademie Detmold im Hauptfach Trompete. 1986 wurde er mit 23 Jahren das damals jüngste Mitglied der Berliner Philharmoniker. Als Solist und Kammermusiker wirkte er in vielen namhaften Ensembles mit. Zahlreiche Schallplatten, Fernseh- und Rundfunkaufnahmen dokumentieren diesen Schaffensbereich. Gastspiele führten ihn auf alle Kontinente. Seit frühester Jugend nehmen auch das Dirigieren und die Ensembleleitung im musikalischen Schaffen Thomas Clamors eine wichtige Position ein. Dabei dient ihm bei den Berliner Philharmonikern die Zusammenarbeit mit großen Dirigenten als Inspiration für das eigene Arbeiten. Seine pädagogischen Tätigkeiten begannen 1987 mit Lehraufträgen und Gastprofessuren an deutschen Musikhochschulen, welchem die Leitung zahlreicher internationaler Meisterkurse folgten. Entscheidend für ihn ist dabei, weiterzugeben, was er an Begeisterung und Erfüllung als Musiker selbst erfahren hat. Er arbeitete mit den bedeutendsten Jugendorchestern Europas zusammen, zahlreiche Gastdirigate führten Ihn zu den bedeutendsten Festspielen Europas, wie z.B. dem Beethovenfestival Bonn, den Salzburger Festspielen  oder den London Proms. Außerdem dirigierte er in New York, Los Angeles, Chicago, Boston, Buenos Aires, Santiago de Chile, Lima, Peking, Tokyo, Osaka, u.v.m. Seit 2001 ist Clamor zudem Gastprofessor an der Berliner Musikhochschule Hanns Eisler, sowie Professor h.c. an der Musikhochschule Shanghai.

 Ab dem 1. Januar 2011 wird Prof. Thomas Clamor das Amt des Chefdirigenten der „Sächsischen Bläserphilharmonie“ sowie die künstlerische Leitung der „Deutschen Bläserakademie“ übernehmen.

 

Nach der Gründung der ersten lateinamerikanischen Brass-Akademie 2001 in Venezuela konstituierte sich an dessen Spitze das Venezuelan Brass Ensemble, das er seitdem leitet und unter dem Patronat von Maestro J. A. Abreu steht. Seine Arbeit mit seinem Ensemble stößt Publikum und Presse in der ganzen Welt auf begeisterte Resonanz.

 

Persönliche Betrachtungen zum Projekt „European Brass Ensemble“

 

„Die ersten Schritte eines wunderbaren Traumes sind mit dem ersten Projekt eines großen klassischen europäischen Blechbläserensembles in diesem Jahr in Erfüllung gegangen. Ein von mir so lang gehegter Wunsch wurde Wirklichkeit und konnte durch die Unterstützung und Förderung vieler guter Freunde, zu einem außergewöhnlichen Pilotprojekt umgesetzt werden.

 

Nachdem ich vor ziemlich genau 10 Jahren das venezolanische System kennenlernen durfte, hat es mich nicht mehr aus seinem Bann gelassen und mein Leben als Musiker mehr als stark beeinflusst. Das große Vertrauen und die hohe Verantwortung, die man mir beim Aufbau meiner Projekte in die Hände legte, verpflichteten mich eine kontinuierliche Arbeit meiner Projekte zu organisieren und mehr und mehr die eigentlichen Philosophien dieses weltweit einzigartigen Sozialprojektes zu verstehen.

 

Durch den raschen Aufbau des „Venezuelan Brass Ensembles“, welches als Botschafter des Systems und seines Landes, konnte eine rege internationale Konzerttätigkeit aufgenommen werden. So hatten wir in den letzten Jahren die Möglichkeit bei allen großen Europäischen Festivals in Europa (Luzern Festspiele, Salzburger Festspiele, Late Night Proms Konzert in der Royal Albert Hall,etc.) zu Gast sein zu dürfen. Konzertreisen durch Nord- und Südamerika, China und vielen Teilen Europas wurden bereits durchgeführt.

 

Ich erzähle das in diesem Zusammenhang, weil ich mir natürlich (neben dieser Arbeit mit meinen Freunden in Südamerika) immer wieder die Frage gestellt habe: „Wie könnte ein solches Projekt, was bislang ein weltweites Unikat in vielerlei Hinsicht ist oder war, auch in Europa gegründet und unterstützt werden“. Damit meine ich u.a. vor allem auch die „sozialen Aspekte", die hinter einer solchen Arbeit stehen können und die Förderung junger Menschen.

 

Die außerordentlichen Synergieeffekte eines solchen Projektes sind nicht zu unterschätzen und müssen deutlich hervorgehoben werden.

 

Im Sinne der Europäischen Vereinigung ist es mein Wunsch und meine Vision, ein länderverbindendes und kulturaustauschendes Musikprojekt zu schaffen, welches im Sinne eines großen klassischen Blechbläserensembles als Unikat bezeichnet werden dürfte.

Meine Ziele sind:

 

- Werke der klassischen Literatur mit komplett neuen Klangdimensionen und Interpretationsmaßstäben zu bereichern und somit auch großbesetzte Blechbläserkammermusik auf höchstem musikalischen Niveau zur Aufführung bringen zu können.

 

- Ein Kulturaustausch auf internationalen Niveau, welches für hochbegabte junge Musiker aller beteiligten Länder unermessliche Erfahrungen mit sich bringen wird.

 

- Die unzähligen musiksoziologischen Möglichkeiten einer solchen Formation geschickt und effektiv zu nutzen

 

- Als Europäischer Kulturrepräsentant eine sehr weitgegliederte Aufgabenstellung eines Genres zu übernehmen, was auch als erstmalig anzusehen wäre.

 

Durch die überaus intensiven und großzügigen Unterstützungen des Stift Melk und des unauslöschlichen Idealismus meines Freundes Karl Schagerl, seiner internationalen Kontakten, seiner gesamten Firma, ist der Grundstein zu einem außergewöhnlichen Pilotprojekt gelegt. Die Dimensionen eines solchen Projektes wären aus meiner Sicht unerschöpflich und somit mehr als förderungswürdig. Mutige Menschen braucht es dazu...

 

Ich hatte das große Glück in den vergangenen 10 Jahren viele sehr mutige Menschen kennenzulernen und habe deutlicher als jemals zuvor in meinem Leben gesehen, was man gemeinsam durch die Sprache und die Wirkung  der Musik für andere Menschen erreichen kann.

 

Ganz in diesem Sinne hoffe ich auf die Fortführung dieses so zukunftsorientierten und gemeinnützigen Projektes eines Europäischen Klassischen Blechbläserensembles.

 

Prof. Thomas Clamor