Dienstag, 14. August 2012

19:00 Uhr, Gartenpavillon

 

Elisabeth Escher liest aus ihrem Roman

Hannas schlafende Hunde

musikalische Begleitung: Georg Winkler (Saxophon)

 

"Hannas schlafende Hunde" ist ein authentisches Zeitdokument, ein Buch gegen das Vergessen.

Salzburg: Edition Tandem, 2010. 144 S. ISBN 978-3-902606-43-3

 

Nach zahlreichen Publikationen (Italienisch-Lehrbücher, Kinderliteratur, Lyrik, Prosa) sorgt nun Elisabeth Eschers dritter Roman "Hannas schlafende Hunde" für Aufsehen. Im Zentrum des Geschehens steht die anrührende Beziehung des Mädchens Hanna zu ihrer in der Nazizeit erblindeten jüdischen Großmutter. Hannas Ahnung, dass sich dunkle Geheimnisse hinter der scheinbaren Idylle verbergen, verwandeln sich nach und nach in Gewissheit.
 

Elisabeth Escher über ihren jüngsten Roman:

Ein großes Anliegen beim Schreiben des Romans war mir, meiner Mutter und Großmutter, denen das Buch gewidmet ist, eine Stimme zu geben und stellvertretend für so viele Menschen, die in Diktaturen um ihr Leben fürchten mussten und auch heute noch fürchten müssen, ein Denkmal zu setzen.

"Schlafende Hunde" stehen bekanntlich für eine Gefahrenquelle, an der, wird das Risiko gescheut, besser nicht gerührt wird. Doch Hannas schlafende Hunde warten nur darauf geweckt zu werden, und das Mädchen Hanna, das in einer österreichischen Kleinstadt in den 60er Jahren aufwächst, lässt sich auf die geweckten Hunde ein und folgt ihnen zurück ins "Damals", von dem sich die Worte immer wieder zurückziehen wollen.

"Damals: Im Damals versteckt sich das Geheimnis. Dunkel muss es sein, dieses Unaussprechliche, soviel ahnt Hanna, denn undurchsichtig wird der Blick der Mutter und trüber noch werden die blinden Augen der Großmutter, wenn das Kind nach dem Damals fragt.

Was ist mit den Geschwistern der Großmutter geschehen? Vier Brüder habe sie gehabt, hat ihr die Mutter einmal erzählt, aber... Aber. Alles scheint mit diesem Aber zu enden.

Im Zentrum des Romans steht die innige Beziehung des Mädchen Hanna zu ihrer in der Nazizeit erblindeten jüdischen Großmutter und so führt die Handlung auch immer wieder zurück in die 40er Jahre. Aufgrund der verschiedenen Zeitebenen, in denen die ineinander greifenden Handlungsstränge stattfinden, wird auch deutlich, dass gewisse Grundmuster des Faschismus - wenn auch unter verschiedenen Vorzeichen und in unterschiedlicher Maskierung - offensichtlich nicht auszurotten sind. Und die kindliche Perspektive, durch die ausgrenzende Mechanismen noch krasser und absurder hervortreten.

Besonders wichtig ist mir, auf die Gefahren einer manipulierbaren kritiklosen Gesellschaft aufmerksam zu machen. Ich hoffe, dass die emotionale Brücke, die Hanna im Roman zu ihrer Großmutter schlägt, über die Macht der Worte auch noch weiter in die Herzen der Leserinnen und Leser führt. Dann ist schon ein großes Ziel erreicht.

 

www.elisabethescher.at