Stiftskirche

Ein Meisterwerk des Hochbarock Die Melker Stiftskirche

Der Höhepunkt der barocken Klosteranlage des Stiftes Melk ist die Stiftskirche. Sie sollte nach dem Willen des Abtes und des Konvents den religiösen Bezug der gesamten Anlage und die Orientierung auf Gott hin deutlich sichtbar machen. Vom „ABSIT GLORIARI NISI IN CRUCE“ (Es sei fern, sich zu rühmen außer im Kreuz), der Inschrift über der Benediktihalle am Beginn des Rundgangs durch das Stift, zieht sich so ein roter Faden bis hin zur Kirche, in deren Pracht der Ruhm des Kreuzes transparent wird.

 

Hochaltar der Stiftskirche mit den Patronen Petrus und PaulusUrsprünglich war lediglich eine Barockisierung der Stiftskirche geplant. Ab 1701 enstand aber auf Betreiben des Abtes Berthold Dietmayr und nach den Plänen Jakob Prandtauers ein völliger Neubau der Kirche. Es gelang, für die künstlerische Ausgestaltung die bedeutendsten Meister ihres Faches zu gewinnen: Antonio Beduzzi (Innenarchitektur, Skizzen für die Fresken), Johann Michael Rottmayr (Fresken, Altarbilder), Paul Troger (Altarbilder), Giuseppe Galli-Bibiena (Entwürfe für Kanzel und Hochaltar), Lorenzo Mattielli (Entwürfe für Skulpturen) und Peter Widerin (Skulpturen).

Der linke Seitenaltar im Querschiff enthält in einem Sarkophag die Gebeine des heiligen Koloman. Der rechte ist dem heiligen Benedikt geweiht, der Sarkophag ist aber leer.

Stiftskirche mit Blick zur Orgel         Deckenfresko von Johann Michael Rottmayr in der Stiftskirche

Die große StiftsorgelDie Deutung der Melker Stiftskirche ergibt sich aus der Inschrift am Hochaltar: „NON CORONABITUR NISI LEGITIME CERTAVERIT“ (Ohne rechtmäßigen Kampf gibt es keinen Sieg). Der Kampf, der zum Sieg führt, wird am Hochaltar durch das Martyrium der Apostelfürsten Petrus und Paulus verkörpert, klingt an im Glaubenstod des heiligen Koloman (Kolomanialtar) und findet seinen stärksten Ausdruck im Tugendkampf des Mönches, der in Gestalt des heiligen Benedikt das Thema des Langhausfreskos ist.  Der Sieg in diesem Kampf wird einerseits durch die große Siegeskrone am Hochaltar, durch die Fresken der Kuppel, in der sich der Himmel auftut und andererseits durch den Siegeskranz im Langhausfresko über dem vollendeten Mönch dargestellt.

Die zehn Jahre dauernde Restaurierung der Stiftskirche, die mit Hilfe von Bund und Land finanziert werden konnte, wurde 1987 abgeschlossen.

 

 

Detail aus dem Deckenfresko von Johann Michael Rottmayr mit dem BenediktuskreuzDetail aus dem Deckenfresko von Johann Michael Rottmayr - Engel tragen die Attribute des Hl. Benedikt: die Infel und die Regel mit den ersten Worten "ausculta o fili, praecepta magistri" - "Höre, mein Sohn, auf die Weisung des Meisters"

 

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