Raum 8

Der ganze Mensch

Die Loslösung der MenschenWieder einmal sollte eine Einseitigkeit, die Betonung der menschlichen Vernunft, Prozesse einleiten, die etwas Ganzes auseinander teilen sollte. Es gibt so viele Bereiche im Menschen, die alle wichtig sind. Gläubige Innerlichkeit wich einer wohlorganisierten Kirchlichkeit, die einer immer mehr atheistischen und säkularisierten Welt nicht mehr standhalten konnte. Tief drangen diese Gedanken in Österreichs Klöster ein, die im Unterschied zur deutschen Entwicklung nicht alle aufgehoben worden waren. Die Zahl der Klöster wurde reduziert, viele aber bestanden weiter.

eine zeitgenössische Skulpturengruppe aus gebranntem TonDas 19. Jahrhundert in Österreichs Klöstern war von einer zutiefst liberalen Grundhaltung geprägt, aus Mönchen waren Stiftsherren geworden. Nur langsam und unter großen Schwierigkeiten kam wieder neues Leben in die Klöster. Es wurde deutlich, dass lebendiger Glaube Verstand und Herz des Menschen erfüllen, dass Institution von Innerlichkeit getragen werden muss, dass nicht Teilbereiche des Menschen, sondern der ganze Mensch wichtig ist. Dieser ganze Mensch in seinem Auf und Ab lebt aus dem Glauben, erfüllt seine Aufgaben, wird kulturell wirksam, sieht seine wirtschaftlichen und sozialen Bezüge. Er weiß um seine Begrenztheit, weiß, dass er noch nicht am Ziel ist, sieht sich aber unterwegs hin zu diesem Ziel. Er ist offen für seinen Gott.

In 11 Schritten erscheint nach und nach eine menschliche Figur fast zur Gänze im Raum. Der 12. Schritt, das ist der ganze Mensch, ist dem Besucher selbst zugedacht.