Raum 7

Im Namen der Vernunft

Während barocke Sinnenfreude großartige Werke entstehen ließ und der Mensch sich im Auf und Ab seines persönlichen Lebens in einem starken Glauben mit bisweilen sehr menschlichen Ausdrucksformen an seinen Gott klammerte, kam aus dem Westen ein neuer Zeitgeist in unsere Lande. Rationalismus und Aufklärung traten den Siegeszug an.Nachbildung eines josephinischen Sparsarges

Die tiefe, manchmal sehr körperliche Frömmigkeit, wurde vielen denkenden Menschen suspekt (Reliquienkult). Es war zu Auswüchsen der Volksfrömmigkeit gekommen, oft auch zu übertriebener, unvernünftiger Askese in den Klöstern. Manche waren aus reinen Versorgungsgründen in die Klöster eingetreten. Gegen all das richtete sich die neue Strömung, die schon unter Maria Theresia (1740-1780) stark spürbar war und sich unter ihrem Sohn Joseph II. (1780-1790) im nach ihm benannten Josephinismus durchsetzte. Diese neue geistige Strömung beachtete manche menschliche Werte nicht, brachte aber auch viel Licht in manches Dunkel. Viele positive Werte dieser Entwicklung brachten große Fortschritte, manches jedoch ließ wichtige Bereiche verarmen.

Vernunft und Glaube, beides gemeinsam im Ineinander und Miteinander, sind für unser menschliches Leben ein gangbarer Weg.