Raum 6

Der Himmel auf Erden

Dietmayr-Ornatbarocke InfelIm 17. Jahrhundert war die Kirche Österreichs wieder erstarkt. Nur so war sie imstande, die große Türkengefahr (1683 vor Wien) abzuwehren. Ein sehr lebendiger Glaube hatte Stärke gebracht und konnte sich nach seiner Bewährung entfalten. Die Menschen in dieser Zeit waren froh über das Wissen um die Nähe ihres Gottes. Da sie aber auch um menschliches Leid Bescheid wussten und es zu tragen hatten, versuchten sie, ihren Gott zu bestürmen: Eine fast körperliche Frömmigkeit suchte Buße für eigenes Fehlverhalten zu tun, Segen und Hilfe zu erlangen (Gebetsbruderschaften, Reliquienkult, Wallfahrtswesen). Die Menschen hatten etwas, woran sie sich halten konnten.


Ornat des Abtes Berthold DietmayrDetail aus dem Begräbnis-OrnatDie Klöster waren wesentliche Kristallisationspunkte geistlichen, kirchlichen und kulturellen Lebens geworden: Wissenschaft und Kunst blühten. Es entstand eine Kunst, die einerseits sehr menschlich war: Sie hatte Freude am Glanz, an der großen Form, an der Farbe, an allem, was einfach schön war und gut. Anderseits wollte diese Kunst in ihrer Großartigkeit dem entsprechen und den verherrlichen, der lebendige Mitte des Lebens dieser Menschen war.