Raum 2

Ein Haus für Gott und die Menschen




Raum 2 mit Durchblick in Raum 3Raum 2 mit Durchblick in Raum 1Die Familie der Babenberger hatte vom römisch-deutschen Kaiser die Grenzmark im Osten des Reiches übertragen bekommen, um dieses gegen den unsicheren Osten abzusichern. Melk war eine der Hauptburgen der Babenberger in dieser erstmals 996 „Ostarrichi“ (= Österreich) genannten Mark, die von ihnen immer mehr nach Osten und Norden ausgedehnt wurde.

Als Wien immer mehr zum Mittelpunkt des Landes wurde, gründete Leopold II. 1089 in Melk ein Benediktinerkloster, das Leopold III. dann durch Schenkungen an der Peripherie der Babenbergermark finanziell absicherte (Stiftungsbrief 1113). Sicher wollten die Babenberger, dass am Grab ihrer Ahnen in Melk gebetet werde, sie erkannten wohl aber auch die kulturelle und missionarische Kraft der Benediktusregel.

Beinkassette aus dem 15. JahrhundertDie einzelnen Babenberger schenkten dem Stift wichtige Heiligtümer und Kunstschätze: den Leib des heiligen Koloman, eine Kreuzpartikel, ein Tragaltärchen. Die Legende vom Diebstahl des Melker Kreuzes, das sich plötzlich im Schottenkloster zu Wien befand, lässt deutlich werden, dass Melk Provinz geworden war und Wien zum Mittelpunkt des damaligen Österreich. Es mag wohl auch die Bedeutung Melks als Kloster widerspiegeln, dass das Kreuz letztlich doch wieder nach Melk kam.Tragaltärchen der Swanhildis, 11. Jahrhundert