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In

der

Mitte

des

Tages

V: O Gott, komm mir zu Hilfe

A: Herr, eile mir zu helfen.

V: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

A: Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Mittagsgebet in der Stiftskirche

Ut In Omnibus Glorificetur Deus
DAMIT IN ALLEM GOTT VERHERRLICHT WERDE


V: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft
A: und sie empfing vom Heiligen Geist.
Gegrüßet seist du, Maria...
V : Maria sprach : Siehe, ich bin die Magd des Herrn ;
A: mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du Maria...
V : Und das Wort ist Fleisch geworden
A: und hat unter uns gewohnt.
        Gegrüßet seist du, Maria...
V : Bitte für uns, heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißung Christi.
V: Lasset uns beten. - Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in
unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen.




Psalm 121

V: Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen
        Woher kommt mir Hilfe?
A: Meine Hilfe kommt vom Herrn,
        der Himmel und Erde erschaffen hat.
V: Er lässt deinen Fuß nicht wanken;
        er, der dich behütet, schläft nicht.
A: Nein, der Hüter Israels
        schläft und schlummert nicht.
V: Der Herr ist dein Hüter, der Herr gibt dir Schatten;
        er steht dir zur Seite.
A: Bei Tag wird dir die Sonne nicht schaden,
        noch der Mond in der Nacht.
V: Der Herr behüte dich vor allem Bösen,
        er behüte dein Leben.
A: Der Herr behüte dich,
wenn du fortgehst und wiederkommst,
        von nun an bis in Ewigkeit.


Gen. 8, 6-14
Nach vierzig Tagen öffnete Noah das Fenster der Arche, das er gemacht hatte und ließ einen Raben hinaus. Der flog aus und ein, bis das Wasser auf der Erde vertrocknet war. Dann ließ er eine Taube hinaus, um zu sehen, ob das Wasser auf der Erde abgenommen habe. Die Taube fand keinen Halt für ihre Füße und kehrte zu ihm in die Arche zurück, weil über der ganzen Erde noch Wasser stand. Er streckte seine Hand aus und nahm die Taube wieder zu sich in die Arche. Dann wartete er noch weitere sieben Tage und ließ wieder die Taube aus der Arche. Gegen Abend kam die Taube zu ihm zurück und siehe da: In ihrem Schnabel hatte sie einen frischen Olivenzweig. Jetzt wusste Noah, dass nur noch wenig Wasser auf der Erde stand. Er wartete weitere sieben Tage und ließ die Taube noch einmal hinaus. Nun kehrte sie nicht mehr zurück. Im sechshundersten Jahr Noahs, am ersten Tag des ersten Monats, hatte sich das Wasser verlaufen. Da entfernte Noah das Verdeck der Arche, blickte hinaus und siehe: die Erdoberfläche war trocken.

 

Gott, unser Vater! Wenn sooft kein Land in Sicht ist, dass gib uns den Mut, immer wieder hinauszublicken und Ausschau zu halten. Wenn die allgemeine Meinung einen Menschen als hoffnungslosen Fall abstempelt, dann lass uns die Möglichkeit offen halten, ihm etwas zuzutrauen. Wenn die Kritiker eine Situation als unverbesserlich beurteilen, dann lass uns die Tür offen halten dafür, dass vielleicht doch noch das Unmögliche geschieht. Wenn die Realisten sagen, die Vergangenheit sei unwiderruflich abgeschlossen und erledigt, dann lass uns diese in der Erinnerung am Leben erhalten. Wenn uns jemand sagt, die himmelschreiende Ungerechtigkeit, unter der viele Menschen leiden, sei eben Schicksal, dann hilf uns, dass wir uns nicht damit abfinden. Wenn Meinungsmacher, Politiker,  Theologen uns allzu schnelle Antworten auf die uns wirklich betreffenden Fragen geben, dann erhalte unser Zweifeln und Weiterfragen. Wenn mit dem Tod alles aus zu sein scheint, dann lass uns hoffen, dass deine Treue zu uns auch an der Grenze des Todes nicht aufhört. Wenn sooft kein Land in Sicht ist, dass lass uns trotzdem die Tür offen halten für deine Zuwendung, für dein Kommen.