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In

der

Mitte

des

Tages

V: O Gott, komm mir zu Hilfe

A: Herr, eile mir zu helfen.

V: Ehre sei dem Vater und dem Sohne und dem Heiligen Geiste.

A: Wie im Anfang, so auch jetzt und allezeit und in Ewigkeit. Amen.

 

Mittagsgebet in der Stiftskirche

Ut In Omnibus Glorificetur Deus
DAMIT IN ALLEM GOTT VERHERRLICHT WERDE

 
V: Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft
A: und sie empfing vom Heiligen Geist.
        Gegrüßet seist du, Maria...
V : Maria sprach : Siehe, ich bin die Magd des Herrn ;
A: mir geschehe nach deinem Wort.
Gegrüßet seist du Maria...
V : Und das Wort ist Fleisch geworden
A: und hat unter uns gewohnt.
        Gegrüßet seist du, Maria...
V : Bitte für uns, heilige Gottesmutter,
A: dass wir würdig werden der Verheißung Christi.
V: Lasset uns beten. - Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in
unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn.
A: Amen.


Ant.:
V/A: Ich danke dir, dass du mich erhört  hast,
     du bist für mich zum Retter geworden.
V: Öffnet mir die Tore zur Gerechtigkeit,
        damit ich eintrete, um dem Herrn zu danken.
A: Das ist das Tor zum Herrn,
        nur Gerechte treten hier ein.
V: Ich danke dir, dass du mich erhört hast;
        du bist für mich zum Retter geworden.



A: Der Stein, den die Bauleute verwarfen,
        er ist zum Eckstein geworden.
V: Das hat der Herr vollbracht,
        vor unseren Augen geschah dieses Wunder.
A: Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat;
        wir wollen jubeln und uns an ihm freuen. -
V: Ach, Herr, bring doch Hilfe!
        Ach, Herr,  gib doch Gelingen! -
A: Gesegnet sei er, der  kommt im Namen des Herrn! /
         Wir segnen euch vom Haus des Herrn her.
        Gott, der Herr erleuchte uns.
V: Mit Zweigen in den Händen schließt euch zusammen
zum Reigen,
bis zu den Hörnern des Altars.
A: Du bist mein Gott, dir will ich danken,
        mein Gott, dich will ich rühmen. -
V: Danket dem Herrn, denn er ist gütig,
        denn seine Huld währt ewig! -
A: Ehre sei dem Vater und dem Sohn
        und dem Heiligen Geist,
V: wie im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
        und in Ewigkeit. Amen.

A: Ich danke dir, dass du mich erhört hast,
      du bist für mich zum Retter geworden.


Aus dem 2. Buch der Dialoge Papst Gregor des Großen:
GREGOR: Halte fest, was ich sage, Petrus! Wenn die Seele ihren Schöpfer schaut, wird ihr die ganze Schöpfung zu eng. Hat sie auch nur ein wenig vom Licht des Schöpfers erblickt, wird ihr alles

Geschaffene verschwindend klein. Denn im Licht innerer Schau öffnet sich der Grund des Herzens, weitet sich in Gott und wird so über das Weltall erhoben. Die Seele des Schauenden wird über sich selbst hinausgehoben. Wenn das Licht Gottes sie über sich selbst hinausreißt, wird sie in ihrem Inneren ganz weit; wenn sie von oben hinabschaut, kann sie ermessen, wie klein das ist, was ihr unten unermesslich schien.
Der Mann Gottes, der die Feuerkugel sah und die Engel, die zum Himmel zurückkehrten, konnte dies ganz gewiss nur im Licht Gottes erkennen. Ist es erstaunlich, dass er die ganze Welt vor sich sah, da er durch die Erleuchtung des Herzens über die Welt hinausgehoben war?
Wenn er aber, wie gesagt, die ganze Welt als eine Einheit vor sich sah, so wurden nicht Himmel und Erde eng, sondern die Seele des Schauenden weit; in Gott entrückt, konnte er ohne Schwierigkeit alles schauen, was geringer ist als Gott.
In dem Licht, das seinen Augen aufleuchtete, erstrahlte in seinem Herzen ein inneres Licht. Weil dieses seinen Geist in den Himmel entrückte, zeigte es ihm, wie eng alles Irdische ist.
Gott, du möchtest uns jeden Tag ein Stück näher zu dir und zur tieferen Einsicht in den Sinn unseres Lebens führen.
Jeder Tag bringt uns Neues an Erlebnissen und Erfahrungen.
Gib, dass alles, was uns zufällt, dazu beitrage, dass unsere Gedanken und unsere Herzen sich nicht verengen, sondern weiter werden.
Lass uns einsehen, wie relativ viele unserer Sorgen sind, die uns Angst machen, verunsichern und lethargisch sein lassen.
Gib, dass unsere Herzen von einem inneren Licht erfüllt werden, das auch in unseren Augen aufleuchtet.
Schenke uns die Hoffnung, dass du uns wie den heiligen Benedikt über die Enge alles Irdischen hinausführst. Gib so, dass wir von der Liebe nicht nu reden, sondern dass sie uns zur lebensintensiven Wirklichkeit werde.