Bibliothek

 
Nach der Kirche ist die Bibliothek in der Rangfolge der Räume eines Benediktinerklosters der zweit wichtigste.

Die künstlerisch wertvolle Ausstattung zeugt von der Wertschätzung der Mönche für ihre Bibliothek. Das Deckenfresko Paul Trogers (1731/32) zeigt im Gegensatz zur weltlichen Szenerie des Marmorsaals eine symbolische Darstellung des Glaubens. Im Zentrum ist eine weibliche Figur erkennbar, die Allegorie des Glaubens. Sie wird von vier Engelsgruppen umgeben, die für die vier Kardinaltugenden Klugheit, Gerechtigkeit, Starkmut und Mäßigkeit stehen. Die vier Holzskulpturen sind Darstellungen der vier Fakultäten: Theologie, Philosophie, Medizin und Jurisprudenz.Detail aus der StiftsbibliothekBarocker Himmelsglobus von CoronelliBibliothek

 

Die Bibliothek des Stiftes Melk umfasst heute in insgesamt zwölf Räumen 1.888 Handschriften, 750 Inkunabeln (Frühdrucke bis 1500), 1.700 Werke aus dem 16. Jahrhundert, 4.500 aus dem 17. und 18.000 aus dem 18. Jahrhundert, zusammen mit den neueren Büchern insgesamt etwa 100.000 Bände. Im großen Bibliotheksraum befinden sich etwa 16.000 Bücher. Sie sind nach Themengruppen geordnet: Bibelausgaben im Regal I, Theologie in den Regalen II bis VII, Jurisprudenz im Regal VIII, Erd- und Himmelskunde im Regal VIIII, Geschichte in den Regalen X bis XV und barocke Lexika im Regal XVI.

Kleiner Bibliotheksraum

In diesem Raum finden sich hauptsächlich historische Werke ab dem 19. Jahrhundert, die Zeugnis vom Interesse dieser Zeit geben.Portal der Stiftsbibliothek

Eine Wendeltreppe mit Rokokogitter führt in andere, öffentlich nicht zugängliche Bibliotheksräume.

Das Deckenfresko von Paul Troger zeigt eine allegorische Darstellung der Scientia (Wissenschaft).

Von der Bibliothek führt eine prächtig ausgestaltete Wendeltreppe in die Stiftskirche.

Wendeltreppe zur Stiftskirche

 

 

 

 

 

 

 

 

Sonderausstellung in der Stiftsbibliothek:

Ausstellung in der Mittelvitrine der Stiftsbibliothek:
(28. März bis 1. November, im großen Bibliothekssaal,
zu besichtigen innerhalb der Öffnungszeiten zur Stiftsbesichtigung)


„Zeitreise durch 1000 Jahre Wissen um die Sterne“
Anhand des Bestandes der Stiftsbibliothek Melk gehen die Besucher auf eine Zeitreise
durch mehr als 1000 Jahre voller Entdeckungen und Erforschung des Himmels.
Einige der ausgestellten Werke mögen auf den ersten Blick nicht aufregend wirken.
Doch es bedarf keiner spektakulären Bilder,
um – im wahrsten Sinne des Wortes – Geschichte zu schreiben.

Der reiche Bestand der Melker Stiftsbibliothek ermöglicht Einblicke in Entdeckungen,
die zu einem neuen Weltbild führten, das wir heute als selbstverständlich erachten.
Beginnend mit Werken über die astronomische Osterrechnung aus dem 9. Jahrhundert
entdecken die Besucher, wie die Gelehrten des ausklingenden Mittelalters lernten,
altbekannte Himmelsphänomene mit neuen Augen zu sehen.
So auch die totale Mondfinsternis von 1457, deren Beobachtung und Beschreibung in Melk
einen Meilenstein für die Weiterentwicklung astronomischer Kenntnisse darstellt.
Handschriften, Inkunabeln und Drucke dokumentieren die eingehende Beschäftigung
mit der Sternenkunde im Stift Melk seit Bestehen des Benediktinerklosters
vom 10. Jahrhundert bis herauf in die Neuzeit. Eindrucksvoll illustrieren sie den Wandel
der Astronomie im Laufe eines Jahrtausends.

Anlässlich der Sonderausstellung ist der erste Band einer neuen Publikationsreihe der
Stiftsbibliothek - "Thesaurus Mellicensis" - unter dem Titel
"... und das Firmament kündet vom Werk seiner Hände" (Ps 19,2)

erschienen. 

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